i7i. Welchen Ausgang aber dieser Kreußzug ge-nommen.
Auf einer Nationalversammlung, welche zu Vez e-lay in Burgund gehalten wurde, wurde i. I. 1146 derzweyte Krcutzzug von dem heiligen Bernhard gepredigt.
Der König und Bernhard zeigten sich auf einein Ge-rüste, und hielten Ermunterungöreden an das Volk.Soweit gieng die Unwissenheit jener Zeiten, daß mandie Muselmänner als Götzendiener verstellte, ob-gleich die Religion MahonredS von Abgötterei) weitreiner seyn mochte als die katholische. Bernhards Re-de wurde mit allgemeiner Begeisterung ausgenommen.Alles was zugegen war, forderte das Kreutz, und einezahllose Menge von Kreutzen, die man in Vorrath ge-macht undin die Versammlung mit genommen hatte,reichte bey weitem nicht hin, alle zu befriedigen.Bernhard zerschnitt eine» Theil seiner Kleidung, undgab die Stücke Preist, um Kreutze davon zu machen.Die Königin selbst bot sich an, ihren Gemahl zu be-gleiten. Auf einer andern Nationalversammlung, diekurz darauf gehalten wurde, bot man dem heiligenBernhard das Commando an, denn unter einem so hei-ligen Manne glaubte man unüberwindlich zu seyn.Aber der Heilige war schlau, und verbat sich diese Eh-re; vermuthlich weil er am wenigsten von alle» anseinen Prophezeyungcn glaubte. Er war darinn klü-ger als sein Vorgänger, Peter der Einsiedler, derDas angebotne Kommando ohne Bedenken angenommenhatte.
Nachdem Bernhard die Macht seiner Beredsam-keit in Frankreich versucht hatte, so gieng er nachDeutschland, um dort ein ähnliches Feuer anzufachen.Conrad III hatte weit dringendere Angelegenheiten zubesorgen, als ein Zug nach dem heiligen Lande war; erhakte sich in Rom noch nicht krönen lassen, und ausser-dem wollte er den König Roger von Sicilen bekriegen.Der erste Eifer war ohnehin bey ihm verraucht, da ernoch als Herzog von Franken einen Zug nach« Jerusa-lem mitgemacht, und die Schwierigkeiten einer solchenUnternehmung an Ort und Stelle kennen gelernt hatte.Aber Bernhard ließ sich durch den ersten Widerstand