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«r alles nach seinen Willen lenken konnte. Seine Aus.spräche wurden von Päbsten und Königen wie Orakel-sprüche angesehen: Nichts als das Beste der Kircheund die Ehre der Gottheit schien ihn zü leiten, über unterdieser heiligen Ausseuseike, verbarg er eine un.rlicheEhrsucht und Herrschbegierde; und diese zu besriedigcnwußte ihm die Religion znm Werkzeuge dienen. SeinKopf war von Mönchsvvrunheilen eingenommen, undalles was er rhat bezog sich auf Maximen seines Stan-des; er setzte Europa in jede Bewegung, die er wollte,aber alle seine öffentliche Handlungen verrierhen den en-gen dumpfen Gesichtskreis eines Mönchs, und eine»durch Aberglauben und Klosterdegriffe verfinstertenVerstand. Die fromme Leichtgläubigkeit und vaS blin-de Derrraueu seiner Zeitgenossen überredete ihn zuletztselbst, daß er wirklich der große Mann sey, für den erausgegeben würde, und dieser Glaube von sich selbst,gab ihm eine gewiffe Dreistigkeit, die an Frechheitgränzt; denn dieser heilige Mann war so gewissen-los, den glücklichen Erfolg des zwcvten Kr.utzzugSbestimmt vorher Zusagen, und mehr als eine MiiiidnMenschen, welche sich im vollen Vertrauen auf seineprophetische Gabe, auf diesen Kreutzzug einließ, inAsien aufzuofern. Welche freche Stirne gehört dazu,seit! ganzes Zeitalter glauben zu machen, daß man dasVerborgene wisse? Und welche GewissenSlostqkeit ge-hört dazu, das Schicktal vieler Tausende auf eine solcheLuge zu wagen ? — Der Abt Suger und dieser heiligeBernhard, neben einander gestellt, machen zwey merk-würdige Gegenstücke «US. Suger zeigt uns das Bildeines weisen aufgeklärten Mannes, den die gesundeVernunft leitet, und die redlichste Absicht beseelt. Derheilige Bernhard ist nichts weiter als ein herrschfüchti«ger und eingeschränkter Mönchskops, der aber viel Weltr,klughcft besitzt, und gerade Verstand und Einsicht genughat, den Unverstand andrer zu benutzen. Bernhard hatteErzbischofs vielleicht sogar Papst werden können, aber eswar ihm nicht sowohl um die äusserlicbe Zeichen derHerr-schaft, als um den reellen Besitz desselben zu th«N, unddazu machte ihn sein Stand weit geschickter, als wenn ereinen festen Sitz, Und ein bestimmteres Verhältniß gehabthätte. Er konnte desto freyck an den europäischen?Hö-fcn herumreisen, und hatte kein besonderes Interessein Acht zu nehmen.
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