wieder zu sammeln sich beMühteü, schlossen deßwegenBündnisse mit Venedig, und elftere harren schon mitLothar Unterhandlungen angefangcn, welche nun mitdessen Nachfolger Konrad fortgesetzt wurden. KönigRcgcrö Gesandte wurden in Konftantinopei gegen dasVölkerrecht in Verhaft genommen, weil man ihrenHerrn als einen Räuber betrachtete. Diese Beleidi-gung aber wurde empfindlich gerächt. Roger eroberteCorfu, verheerte die griechische Kuften, plünderte Corrinth, und ließ die ganze Gegend von Achaja bis Beo-ticn auf das grausamste verwüsten. Auch Euböa (Ne-gropont) mußte die ganze Wuch seiner Soldaten crrfahren. Ja er war kühn genug dem ohnmächtigen Kai-ser von Konstantinopel ins Angesicht Trotz zu bieten,
' schickte eine Flotte in den Hcllespont, ließ seine Trup-pen ohnfern von Constantinopel ans Land steigen, dieVorstädte abbrennen, und die ganze umliegende Ge-gend verheeren. Endlich brachte Immanuel cisse Flot-te zusammen, zu welcher vcnctianische Schiffe stießen unddiesen gelang es, dem stcilianischen Admiral auf derRückfarth einigen Schaden zuzufügen. Ueber dieseExpedition, siehe eben diese Denkwürdigkeiten S. i6o.160. AZo ihnen Seidencnbeiter in die Hände fielen— getrieben wurden.
Dieser Verlust war den Griechen und Venckianernauf gleiche Art empfindlich, weil sich die letztem vorzüg-lich durch den griechischen Handel bereicherten. IhrKrieg mit Rogern war aus dieser Ursache größtenthcilsein Handelskrieg, um diesen Fürsten überhaupt zu ent-kräften , damit er die Fabriken in seinen Staaken nichtempor bringen möchte.
164. Der Abt Bernhard gürtet sich.
Er war Abt zu Klairvaux aus dein damals neu er-richteten Cistercienser-Orden. Sein feuriger Religions-eifer, die Strenge seines äufferliclien Wandels und derRuf feiner Tugend batten ihm das Prädikat des Heilige»erworben. Sein großer Verstand, seine Kenntniß derWelt und seines Zeitalters, seine hinreisscnde Bered-samkeit , mit einer Dreistigkeit verbunden , welche dasBcwußtseyu solcher Talente emzustößen pflegt, gabenihm eine solche Oberherrschaft über die Gemächer, daß