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Abteilung 1 Bd. 3 (1790) [Universalhistorische Uebersicht der merkwürdigsten Staatsbegebenheiten zu en Zeiten Kaiser Friedrichhs I.]
Entstehung
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Ein solcher guter Fürst war Saladin. Gerecht,gnädig, mitleidig, ein Beschützer der leidenden Armuchgegen den mächtigen Unterdrücker. Er verwaltete selbstdie Ausübung der Gerechtigkeit, und saß alle Monta-ge und Donnerstage mit andern Recbtsgelehrten zuGerichte, vor dem jedermann, wes Standes undAlters er auch seyn mochte, erscheinen durfte. DieseGewohnheit beobachtete er so wohl in seiner Residenz,als auf Reisen. Noch mehr, er gestattete es, daßman ihm zu jeder andern Zeit Bittschriften überreich-te, und war dann bey Tage oder bey Nacht mit sei-nem Secretär beschäfftigk, sein Urtheil, das ihm Gottins Herz gegeben, ihnen beyzufügen. Keiner ist jemit seiner Klage ohne gehört zu seyn, von ihm zurrückgewiesen worden. Er achtete nicht das Ansehn ir-gend einer Person, und selbst sein Bruderssohn muß-te sich stellen, als er von einem Bürger aus Damas-kus Ibn Zochair verklagt ward.

Einen noch größern Beweis seiner Gerechtig-keitsliebe kann folgende Begebenheit liefern. Als icheinst zu Jerusalem Gericht hielt, trat ein alter ehr-würdiger Mann, ein Kaufmann aus Chalat, NamensOmar, auf, und überreichte mir eine Bittschrift, mitdem Begehr, sie zu eröffnen. Wer ist denn euer Geg-ner, fragte ich? Der Sultan, erwiederte er.Hier ist der Sitz der Gerechtigkeit, und ich weiß, daßihr. euch durch keine Parteylichkeit blenden lastet. Sun-kar von Chalat war mein Knecht bis an sein Ende.Er hinterließ ein großes Vermögen, das eigentlichmir gehörte, der Sultan aber eignete es sich zu, undjetzt bin ich hier, um auf Wiedererstattung zu dringen.

Warum habt ihr, guter Alter! so lange geschwie-gen ? Weil Rechte durch Aufschub nichts verlieh-