kernommen, als mir Anbruch der Morgenröthe derWächter die Zeit des Morgengebets andeutete, dasich in Saladins Gesellschaft meistencheils zu verrich-ten pflegte. Ich eilte wieder zu ihn,, und fand ihnim Begriff sich zu waschen, ohne daß er im mindestengeschlafen hatte. Nach vollbrachter Andacht entdeckteich ihm, daß ich einen Vorschlag wüßte, der mit Got-tes Hülfe ohnfehlbar glücken würde. — Und der wä-re ? „ftagte Saladin — Wir müssen, versetzte ich,Gott allein vertrauen, und uns ganz seiner Führungüberlassen — Was sollen wir aber, erwiederte er, jetztunternehmen? — Heut ist, antwortete ich, Freytag;auf den Abend müßt ihr euch waschen, und in derMoschee, an der Stelle, wo unser Prophet seinenächtliche Reise antrak, euer gewöhnliches Gebet ver-richten; vorher aber durch einen treuen Menschenheimlich Almosen auStheilen lassen. Hierauf müßt ihrwährend des öffentlichen Gebets zweymahl euer Hauptzur Erde neigen, und dabey folgende seit alten Zeitenbewährte Formel aussprechen: ,,Gott! meine Macht,die ich zur Beschützung deiner Religion anwandts, istzertrümmert, und nichts bleibt mir übrig, als auf dichhinzublicken, deinen Bund zu ergreifen, und deiner Huldmich zu trösten. An dir habe ich zur Gnüge: du bistder mächtigste Beschirmer." — Gewiß! Gott ist zuhuldreich, als daß er euren Wunsch nicht befriedigensollte.
Er befolgte meinen Rath, und vergoß bey derAndacht häufige Thränen, ich konnte aber seine Wor-te, ob ich ihm gleich zur Seite stand, nicht verneh-men. Noch vor Endigung desselben Tages erhielter von dem Anführer der Patroullen, Azzoddyn Sjor-dych, eine schriftliche Nachricht, daß die Franken ingroßer Unordnung seyen; ihre Armee sey heute in die
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