Die im Gesetze vorgeschriebenen Almosen kürzteer den Armen so wenig ab, daß er vielmehr durch frey-willige Gaben seinen ganzen Reichchum vergeudete.
Er hinterließ in seinem Schatze nichts mehr als siebenund vierzig Naziritische Silbergroschen, und eine kleineGoldmünze; ausserdem auch nicht ein Haus, nicht ei-rien Garten oder ein andres liegendes Grundstück.Kurz seine Erben erhielten nichts von ihm, da er dochKönigliche Reichthümer besessen hatte.
Die Fasten im Ramadan konnte er nicht immergenau halten, weil ihn einigemahl um diese Zeit eine !Krankheit überfiel. Doch merkte der Richter Elpha- >dil diese Tage genau an, und Saladin fieng in demletzten Jahre seines Lebens zu Jerusalem an, diese Lückedadurch auszufüllen, daß er die Fasten gegen denRath seines Artztes, langer als einen Monat sortsehte.Krankheit, immerwährende Feldzüge und die Beschaf-fenheit seines Körpers, der diesen Anstrengungen nichtgewachsen war, hatten ihn zweymahl verhindert, denRamadan zu halten.
Die Wallfarth nach Mecca lag ihm beständigim Sinn, aber er konnte -sie nicht ausführen. Erhatte schon alle Vorkehrungen zur Reise gemacht,Mangel an Zeit, und an Gelde verhinderten sie; erverschob sie deswegen auf das künftige Jahr, das erjedoch nicht mehr erlebte.
Den Koran ließ er sich gerne vorlesen, unterre-dete sich darüber mit seinem Geistlichen, und verlang-te von diesem, daß er das heilige Buch nicht bloSgründlich verstände, sondern eö auch genau im Ge-dächtnisse hätte. Des Nachts , wenn er im Schloßwar, mußten ihm seine Leibwächter zwey, drey bisvier Abschnitte vorlesen; ja selbst bey öffenlichen Siz-
zun-