Universalhistorische Uebersicht rc. r.v
sonders den Erzbischofs von Trier für sich einzuneh-men gewußt hatte. Außerdem schwebte die kürzlichfestgesetzte Wahlfrey heit des deutschen Reichsden Fürsten noch zu lebhaft vor Augen, und alleskam jetzt darauf an, den geringsten Schein einerRücksicht auf das Erbrecht bey der Kaiserwahl zuvermeiden. Heinrichs Verwandtschaft mit Lotharwar also ein Beweggrund mehr, ihn bey der Wahlzu übergehen. Au diesem allem kam noch dis Furchtvor seiner überwiegenden Macht, welche, mit derKaiserwürde vereinigt, die Freyheit des deutschenReichs zu Grund richten konnte.
Jetzt also sah man auf einmal das Staatssy-stem der deutschen Fürsten umgeändert. Die wöl-fische Familie, welcher Heinrich von Bayern ange-hörte, unter der vorigen Regierung erhoben, mußtejetzt wieder herabgesetzt werden; und das hohen-staufische Haus, unter der vorigen Regierung zu-rückgesetzt, sollte wieder die Oberhand gewinnen.Der Erzbischofs von Maynz war eben gestorben,und die Wahl eines neuen Erzbischoffs sollte derWahl des Kaisers billig vorangehen, da der Erz-bischofs bey der Kaiserwahl eine Hauptrolle spielte.Weil aber zu fürchten war, daß das große Ge-folge von sächsischen und bayrischen Bischöffen undweltlichen Vasallen, mit welchen Heinrich aufden Wahltag würde angezogen kommen, die lieber-
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