Druckschrift 
[1] (1796)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

oder wenn er in der Lage ist, dafs er auf diese be*stimmte Weise handeln inufs , als handelnd zu bemer-ken. Das erstere Verfahren giebt Begriffe ohne Ob-,jekt, eiii leeres Denken; nur auf die zweite Weiso.wird der Philosoph Zuschauer eines reellen Denkensseines Geistes. *)

Das erstere ist ein willkührliches Nnchmachen dervon andern vernommenen ursprünglichen Handelswei-sen der Vernunft, nachdem die Nolhwendigkeit, wel-che allein ihnen Bedeutung , und Realität giebt, ver-schwunden ist; das leztere allein ist wahre Beobach-tung der Vernunft, in ihrem Verfahren. Aus dem er-stem

*) Der Formular -Philosoph denkt sich dies und jenes,beobachtet sich selbst in diesem Denken, und nunstellt er die ganze Ueihe dessen, was er sich den-ken konnte, als Wahrheit hin, aus dein Grunde,weil er es denken konnte. Das Objekt seiner Be-obachtung ist er selbst, wie er entweder ohne al-le. Richtung , auf gutes Glück , oder nach einemihm von aussen gegebenen Ziele, hin, frei ver-fährt. Der wahre Philosoph hat die Vernunft inihrem ursprünglichen undnothwewligcn \ erfahren,wodurch sein Ich und alles, was für dasselbe ist,da ist, zu beobachten. Da er aber dieses ursprüng-lich handelnde Ich im empirischen Bewülstseynnicht mehr vorfindet, so stellt er es durch den ein-zigen Akt der Willkühr, der ihm erlaub! Lt, (undwelcher der freie Eutsclilufs philosophireii zuwollen selbst ist) in seinen Anfangspunkt, undläfst es von demselben aus nach seinen eignen,dem Philosophen wohlbekannten Gesetzen , un-ter seinen Augen, forthandeln. Das Objekt seinerBeobachtung ist sonach die nach ihren innern Ge-setzen, ohne alles äussere Ziel, notliwendig ver-fahrende Vernunft überhaupt. Der erstere beob-achtet ein Individuum, sein eignes, in seinemgesezlosen Denken; der leztere die Vernunftidberhaupt in ihrem aothwendigen Handeln.-