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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
390
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nevent einen Freundschaftsbund schloß, entstand unterden Cardinäken der hochheiligen römischen Kirche* ei-ne große sehr gegründete Trennung. Wir nemlich,die wir der heiligen Kirche Gottes und des ReichsEhre und Würde auf keine Weise wollten schmälernlassen, waren mit jenem Bündniß das für Kirche undReich große Nachtheile brachte, keineswegs zufrieden.Die andern hingegen, die durch Geld und Verfprechun«gen verblendet, dem Sicilianer anhiengen, erklärten esfür gültig, machten sich einen großen Anhang, undwiderstanden uns auö allen Kräften. Ja sie giengennoch weiter, sie suchten den Pabst zu überreden,den Kaiser, zu einer Zeit, da dieser schon wichtigeEroberungen in Italien gemacht hatte, nebst seinemganzen Gefolge, unter irgend einem Vorwände, in denBann zu thun ; und von uns verlangten sie, unSmitihnen zu dieser Absicht eydlich zu verbinden. Wir er-wiederten, daß der Sieilianer vielmehr den Bannfluchverdiene, weil er die Kirche aller geistlichen und weltli-chen Rechte gewaltsamer Weise beraubt: nicht aber

der Kaiser, dessen eyftigeö Bestreben es sey, die Rech-te der Römischen Kirche und des Reichs wieder her-zustellen, und die Kirche auö der Sclaverey zu erlösen.Unserer Bemühung hat man es also zu verdanken, daßsie jenen Vorsatz zu ihrer Beschämung wieder aufgebenmußten. Als darauf unser ehrwürdiger Bruder Oera-vian, damahliger Cardinal jetziger Pabst, und der Car-dinal Wilhelm, als päbstliche Legateü an den Kaiser ab-gegangen waren, reißte der Pabst mit den Anhängerndes oben gedachten Wilhelm nach Anagui, wo diessin seiner Gegenwart eydlich bezeugten, daß die Per-son de§Kaisers excommunicierk, und ihm in allen Stü-cken encgegengehandelt werden müßte, und daß in Zu-kunft nach Erledigung deö apostolischen Stuhls keiner,«ls der mit ihnen einverstanden sey, denselben besteigen

sollte.