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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
374
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Gemmen, Zügel, Sporen, als Geschenke bey sich,die aber-alle so sehr vergiftet seyn, daß schon ihr bloßesBerühren Lödte. Er trage auch einen verborgenenDolch an der Hüfte, um ihn auf den Fall zu gebrau,chen, wenn es ihm mit dem Gift nicht gelingen sollte'.

Diese Nachricht theilte der Kaiser einigen wem»gen mit, und ließ genau Acht geben, wenn der Be-sagte kommen sollte« Er kam man fand unwiderleg-liche Beweise, daß alles so zutreffe, wie es indemBriefe gestanden, und setzte ihn in Verhaft. Hierwurde er befragt: wer ihn zu dem abscheulichen Verbrechenverleitet? Friedrich versprach ihm völlige Begnadigung,wenn er die Wahrheit gestände, widrigenfals er gemartertwerden sollte. Allein er blieb verstockt, man mochteauch mit ihm machen, was man wollte. Er drohteso gar dein Kaiser mit einem augenblicklichen Tode,wenn er ihn hinrichten ließe; seine Gesellen bewiesensich eben so hartnäckig als er, und da sie kein Gestand»uiß von sich gaben, so wurde der Alte als der Rädels-führer an den Kreuhgalgen gehangen.

Endlich kam die Zeit, da die Kaiserin Beatrix,Herzog Heinrich von Bayern und Sachsen, und Con-rad Bischofs von Augsburg mit ihren Truppen und allenuöthigen Kriegsbedürfnißen sich in Bewegung setzten.In wenigen Tagen betraten sie mit einem zahlreichenHeere die Grenze von Italien, worüber die Feinde ebensoviel Furcht, als die Unsrigen Freude empfanden.Jener Fürst war ein Sohn Herzogs Heinrich, undGertrude, einer Tochter des Kaisers jokhar. SeineEltern waren ihm schon in seiner frühen Kindheit ge-storben. Als er heranwuchs, ward er ein kraftvoller,schöner Jüngling, dessen Geisteskräfte die körperlichenVorzüge noch weit überwogen. Er verschweigt? seineJugendblüthe nicht in Weichlichkeit oder Trägheit,