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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
371
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angehört hakte, in Asche, und zerstöhrten sie von Grundaus.

Bey der Nachricht von dieser Begebenheit mußteFriedrich eben so sehr seinen eigenen Unwillen, als diegerechte Wuth seines Heeres so lange unterdrücken, bißder Reichstag in den Ronkalischen Feldern geendigt,und mehrere Truppen zu ihm geflossen waren. Nunaber, da dieß geschehen, fiel er ins Mayländifche ein,und verwüstete Aecker, Weinberge und Gärten, umder Stadt alle Mittel zu benehmen, sich auf die bevor-stehende Belagerung mit Proviant zu versehen. Hier-auf ließ er alle Zugänge besetzen, und die Zufuhr nachder Stadt bey Strafe verbuchen; ja er bestimmte sogar Prämien, wenn jemand einen, der heimlich Vic-tualicn in die Stadt schaffen wollte, auffienge.

Die Mayländer waren zwar mit allem Noch-dürftigen noch gut versehen; auS Besorgniß einer lang-wierigen Belagerung aber verkauften sie die Lebensmit-tel nur zu mäßigen Portionen r und eben dadurch er-wachte bey ihnen ein desto stärkerer Appetit, je weni-ger sie Mittel hatten, ihn zu befriedigen. Bisweilenritt der Kaiser bis vor die Stadt, um die streifendenParteyen, welche da herumfchwarmten, oder einenAusfall aus der Vestung auf ihn wagten, zurückzu-schlagen, und es gelang ihm, sie für ihre Verwegen-heit zu züchtigen, so daß die Mayländer bey diesen Ge-fechten viele Menschen an Tobten oder Gefangeneneinbüßken.

Am heiligen Pfingstkage streiften fünfhundertmayländifche Reiter unvermerkt bis vor Neu Ledi,und trieben das Vieh von da fort. Allein der Bi-schoss Carfidoniuö von Mantica und Margraf Garne-riv von Ancona jagten ihnen nach, und fetzten sie durchdas Geschrey einiger wenigen Deutschen so sehr

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