Druckschrift 
Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
363
Einzelbild herunterladen
 

^ ,6Z

sie sich nicht ander- zu helfen wußten, antworteten sie:wir haben zwar geschworen ; aber nicht versprochen, aufLen Eyd zu achten.

Friedrich sähe nun wohl ein, daß ohne Gewalthier nichts würde auszurichten seyn» Da seine Armeeschon seit einiger Zeit auseinander gegangen war, under nur noch mit wenigen Truppen im Felde stand, soforderte er die Kaiserin, den Herzog Heinrich von Bay-ern, die Bischöffe und andre Große feines Reichs zueinem nochmaligen Beystande auf, den sie ihm auch,so bald der Frühling käme, zu leisten versprachen.

Unterdessen war Friedrich nichts weniger als un-thätkg. Er durchzog mit seiner kleinen Schaar dasLand, musterte die neuen Soldaten und Hülfsvölker,und setzte die Vestungen Verruka, Serra Longa, Lou,nebst andern, die beynahe unüberwindlich sind, in denbesten Stand. Der Gau von Neulodi wurde dieganze Fasten hindurch mit dem größten Eyfer betrieben»Es lag nur zwanzig Meilen von Mayland, und mußtedurch diese geringe Entfernung sehr wichtige Vortheilegewahren, indem man ein großes Heer geschwind hin-einwerfen konnte. Como empfieng den Kaiser aufdie ehrenvollste Weise, und stellte ihm die verlangteHülfe.

Im Csmer See liegt eine sehr reiche Insel, dierin kriegerisches Volk bewohnt, von dem man durch-gängig glaubt, könne nur durch Aufopferung vieltetausend Menschen bezwungen werden. Es stand mitden Maykändern in Verbindung und genauem Ver-kehr. Am nun auch den Rebellen von dieser Seitezu schaden, so entschloß er sich zu einer Landung aufder Insel, sie mochteihn nun als Feind oderalsFreundaufnehmen, und schiffte sich mit den wenigen, die er

b-Y

W