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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
280
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zu verschieben, schickte den jungen Prinzen, seinemeignen Verlangen gemäß, über Venedig nach Griechen-land, und entließ die Gesandten des Königs unterFriedensversicherungen und mit reichen Geschenken be-gabt , nachdem er von ihnen ein Geschenk von beynahetausend Talenten erhalten hatte.

Auf demselben Reichstags im Jahr n 58 wurdeder böhmische Herzog Ladislaus vom Kaiser und denErsten des Reichs zum König ernannt, und ihm derGebrauch des Diadems nebst andern königlichen In-signien durch ein Privilegium bestätigt; worauf ervergnügt in seine Staaten zurückkehrte, und Anstaltentraf, um den Kaiser auf einem Feldzuge nach Italienzu begleiten. Ladislaus war ein sehr kluger, mächtiger,und tapferer Fürst, der schon viele Beweise seinesMuths, seiner Treue und Ergebenheit, vorzüglichaber in dem letzten polnischen Kriege, abgelegt, undsich durch seine Verdienste allgemein beliebt gemachthatte.

Noch ist zu merken, daß Friedrich hier in Re-gensburg die Uneinigkeit zwischen Otto Bischofs vonFreysmgeu und dessen Bruder Herzog Heinrich vonOesterreich beylegte, die daher entstanden war, daßder letztere unerlaubte Eingriffe in die Kirchengücerhatte thun wollen.

Aus Bayern gieng Friedrich in das Gebisth derRipuarier, durchsirich dis Gegend des Unterrheins,und ließ keinen Tag ungenützt vorbeygehen, an dem ernicht etwas zum Besten des Reichs und zu Erhaltungder Gerechtigkeit gethan hatte. Daher die bewunderns-würdige Ruhe im weiten deutschen Reiche, der Friedsunterst) vielen Nationen, dis er nicht durch Waffen,sondern durch Klugheit bändigte, so daß er mehr Va-ter