241
Hier blieb er einige Tage liegen, und trieb unterder Zeit von den «abgelegenen Städten, Castellen,und Dörfern den Kaiserzins (Dostrum) ein, bey wel-cher Gelegenheit die Einwohner von Spoleco bey ihmin Ungnade fielen,, indem sie die achthundert Pfund,welche sie zahlen sollten, theilö unterschlugen, theilö infalscher Münze entrichteten. Dazu kam noch, daß sie >den Grafen Guido Guerra, den angesehensten unter'den Tuftischen Großen, auf seiner Rückreise von Apu-lien , wohin er in Geschäften des Kaisers gegangenwar, angehalten und ihn als einen Gefangenen behan-delt hatten, ohnerachtet der Kaiser auf seine Loö-laffung gedrungen. Dieser letzte Umstand war eö vor-züglich, warum Friedrich gegen sie auözog.
Die Spoletaner ließen es nicht dabey bewenden?hinter ihren starken VestungSwerken eine Belagerungauszuhalten, sondern giengen mit Bogenschützen undSchleudern den Kaiserlichen entgegen; sie siengenauchwirklich an zu scharmützeln. Das ist Kinderspiel, riefFriedrich aus, und kein Mannerstreir. Dieß gesagtstürtzte er mit den Seinen muthig in den Feind. DieSpoletaner leisteten einige Zeitlang tapfere Gegenwehr,mußten sich aber doch zuletzt wieder in die Stadt zu-rückziehcn. Der Rückzug geschah in solcher Ver-wirrung, daß die Kaiserlichen mit hineindrangen; undnun war auch die Stadt verlohren, die der Plünde-rung Preis gegeben ward. Ehe aber die Beute fort-geschaft werden konnte, stand der ganze Drt schon invollen Flammen. Die Bürger, welche dem Feuer undSchwert noch entrannen, retteten sich halbnackt aufden nahgelegenen Berg, wohin sie weiter nichts alsihr Leben mitbrachten.
Das Gefecht dauerte von der dritten bis zueNeunten Stunde. Keiner rhat sich dabey so sehrDenkwürdig!:, stl. B» Q her»