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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
199
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Nach dem, im Jahre n; 2 . erfolgten Tode Conrads,versammelten sich zu Frankfurt alle Fürsten Deutsch-landS nebst einigen italienischen Baronen, um einneues Oberhaupt zu wählen. Denn dieß ist ein beson-deres Vorrecht des römischen Reichs, 'daß seine Be-herrscher nicht durch Erbfolge, sondern durch Wahl derFürsten bestimmt werden. Hier nun wurde HerzogFriedrich von Schwaben, Herzog Friedrichs Sohn,einstimmig den zten Marz zum deutschen König ernannt.

Die Ursache, warum alle so einmüthig für Fried-rich stimmten, läßt sich aus folgendem erklären. Imrömischen Reiche waren bisher zwey berühmte Familiengewesen, die der Heinriche von Gibelingen, (Weidlin-gen) und der Guelfen von Altdorf. Aus der einenstammten Kaiser, aus der andern große Herzoge. Bey-de waren, wie es bey ehrsüchtigen Großen gewöhnlichder Fall ist, eifersüchtig auf einander, und erregtendadurch häufige Unruhen im Staate. Endlich geschahes durch Gottes Vorsehung, der seinem Volke künftigFriede verleihen wollte, daß unter Heinrich dem fünf-ten der Vater des jetzt regierenden Friedrichs, deraus der königlichen Familie abstammte, eine TochterHerzog Heinrichs von Bayern, heyrathete, und durcheben diese Heyrath beyde Hauser mit einander verknüpf-te. Nun sollte durch Erhebung Friedrichs auf den deut-schen Thron der schwere langwierige Groll der Guelfenund Gibellinen, den bloße Privatabsichten genährthatten, vollends gehoben werden; daher wurde auchConrads noch unmündiges Kind bey der Wahl über-zangen.

Nachdem nun alle ihm gehuldigt, und die Ver-sammlung größtenteils auseinander gegangen war,gieng Friedrich mit den wenigen übrigen, die er sich«Mas, am Donnerstage zu Schiffe, trat bey dem»-

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