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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
131
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Tapferkeit verschaffte ihm in kurzer Zeit den ruhigenBesitz des ganzen Reichs, und machte ihn nicht blosseinen Unterrhanen, sondern auch den benachbartenVölkern furchtbar.

Seine Thaken die er zu Rom und in Italien aus-geführt, habe ich schon in dem vorigen Merke angezeigk,hier will ich nur noch blos eine Anecdote beybringen, diesich auf einen Vorfall Key der Eroberung von Bari be-zieht. Als Heinrich in der glänzendsten Periode sei-nes Lebens, wo ganz Frankreich vor ihm zitterte, die-st Stadt wider alles Vermuthen mit stürmender Handeinnahm, bekam er den Grafen Reinald gefangen,und zog darauf vor das Schloß desselben, Mousson,welches auf einem hohen Berge gelegen allen Angrif-fen Trotz bieten konnte.* Weiler es nun auf keine Wei-se zur Uebergabe nvthigen konnte, so ließ er einen Gal-gen errichten, und drohte den Grafen daran aufzuknü-pfen, wenn die Uebergabe noch länger verzögert würde.Die Besatzung erhält noch einen Tag Bedenkzeit, vordessen Ablauf die Grästn mit einem Prinzen nieder-kommt, dem die Bürger sogleich den Eyd der Treueleisten. Den folgenden Tag wurden sie noch einmal auf-gefordert, erklärten sich aber, daß der Tod ihres Her-ren hier nichts entscheiden könne, vorzüglich, da sie inder verwichenen Nacht einen neuen Herrn erhalten hät-ten. Dadurch wurde der Kaiser so erbittert, daß eraugenblicklich den Grafen zum Galgen führen ließ.Viele Große legten zwar Fürbitten bey ihm ein, batenihn, er möchte wenigstens sich vor Gott fürchten, eraber antwortete im Zorn:Der Himmel ist des Herrn,die Erde hat er den Menschenkindern gegeben." End-lich ließ er sich doch besänftigen, schenkte dem Grafendas Leben, und führte ihn als Gefangnen mit sich inseine Residenz.

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