evangelischen Vorschrift: beleidige keinen Menschen mitGedanken, Worten oder Werken, denn du bist einPriester. Der Lateiner hingegen wird bey seinemEintritt in den geistlichen Stand sogleich Soldat.Man steht ihn mit dem Schild in der Linken, und demSpeer in der Rechten. Während er Gottes Leib undBlut austheilt, gehen seine Augen wild umher, denFeind auözuspahcn.
Das Gefecht dauerte vom Anbruch der Nacht bisln die Mitre des Tages, wo sich endlich die Lateiner,wiewohl sehr ungern, und nur unter der Bedingungergaben, daß sie an Leib und Leben unangetastet blie-ben. Nur jener unbändige Pfaffe wollte von keinerUebergabe wissen ; er wehrre sich in einem fort. Weilsein Köcher leer war, schleuderte er einen Stein fort,der das Schild, welches Marian über den Kopf hielt,und selbst seinen Helm zerschmetterte. Marian sankohnmächtig zu Boden, rächte sich aber, da er wiederzu sich kam, durch drei- Pfeilschiisse, die er seinem Geg-ner beybrachte. Nachdem nun auch kein Stein mehrvorhanden war, geberdete sich der wüthende Mensel-völlig wie ein reißendes Thier, das, wenn es aufsäußerste gebracht ist, seine Wuch an sich selbst ausläßt.Er ergriff, was ihm in die Hände kam, unter andern-einen Brodsack, aus dem er ein Brod nach dem an-dern heraus langte, und es — wie ein recht soldati-scher Priester — den Umstehenden an die Köpft warf.Auf diese Art bekam auch Marian eins zu kosten.
Das Schiff des Grafen von Provence wurde aufdiese Art erobert und die Mannschaft ans Land gesetzt.Der Priester verlangte dringend Marian zu sprechen,den er zwar nicht den Namen nach, aber doch an derFarbe seiner Kleidung bezeichnere. Marian erschien,