Druckschrift 
[1] (1790) (1790)
Entstehung
Seite
218
Einzelbild herunterladen
 

218

meines Vaiers. Keine ruhige Stunde, kein freierArhemzug, scküasiose Nächte. Was ein Tropfen Was-ser gegen den Oe»a ist, das ist meine Erzählung ge.gen den unendlichen Stoff den mir das thatenvolle Le-den meines Vaters darbiethet. Nur schwache hin.geworsne Bruchstücke gebe ich, anstatt etwas vol-lendetes zu liefern. An ihm scheitert die Kunst dergrößten Dichter und Redner; vergebens würden die er-habensten Philosophen sich bemühen, ihm ein würdi-ges Denkmal zu sehen.

Ein Mensch von dem niedrigsten Stande gab sichfür den Sohn des Diogenes aus, (82 ) der doch, wie dieNachrichten des Cäsars von dem Leben des Alexius lau-ten, in dem Treffen geblieben war, welches Jsaac,Kaisers Bruder, den Türken bey Antiochien lieferte.Nackt und dürftig kam dieser Betrüger aus dem Mor.genlande in die Hauptstadt, zeigte sich in allen Häusernund Straßen, erzählte, daß er der für todc gehalteneLeo sey, und brachte dadurch viele auf seine Seite.Alexius schien sich um den Abenkheurer gar nicht zubekümmern. 'Allein seine Schwester Theodora, dieWittwe eben diesiö Prinzen, die nach dein Tod ihresGemahls in ein Kloster gegangen war, entrüstete sichsosehr über die Aussagen dieses Menschen, daß ihnder Kaiser nach Cherson in Verwahrung mußte brin-gen lassen.

Hier fand er Gelegenheit, des Nachts zu verschie-denen malen mit den Comanern zu sprechen, wenn siein die Stadt zu Markte giengen. In kurzem war ermit ihnen einig, ließ sich an einem Stricke die M '"erhinab, und entfloh in ihr Gebiet. Durst nach Men-schenblur, und unersättliche Raubgier reihte die Eon a-ner, sich einer Gelegenheit zu bedienen, wo sie unter