Sein Unsinn steckte auch die Armenier an, die sich da-mals in großer Menge in Constantinopel aushielten.Daher entstanden häuffge Unterredungen mit Tikranund Arsaces, welche sich ganz besonders sür seinen Icr-thum bekannten.
Der ketzerische Anhang des Nilus war durch denBenintt der Armenier ungemein angewachsen. Allent-halben hörte man mit lauter Stimme bekennen, daßdie Menschheit Christi ihrer Natur nach der Gottheitkheilhaftig worden, sey. Das Ansihn der heiligen Vä-ter, die sich über diese Lehre erklärt hatten, ward un-ter die Füße getreten. Diese Umstände machten esdem Kaiser nothwendig, sich ernstlich ins Mittel zusch'agen. Er schrieb eine Synode aus, wobey alleBischöffe, nebst dem Patriarchen Nicolans erschienen.Nilus mußte sich mit den Armeniern stellen und seinGlaubenöbekenntniß oblegen. Er thaks, und beharrtefest ans seiner Lehre. Um daher andre Seelen von soverderblichen Grundsätzen abzuschreckcn beschloß die Sy-node, ihn in den Bann zu thun, und den bestrittenenGlaubensartikel nach dem kirchlichen Systeme auf dasklarste auseinander zu setzen.
Gleiches Schicksal hatte auch ein gewisser Priester,Namens Blachernites. Er gehörte zu den Enthnsia,sten, schlich sich in die Hauser der Großen ein, undverbreitete da seine Irrthümer. Ehe er dem Unheilder Kirche übergeben ward, hatte ihn der Kaiser mehr-mals ernstlich gewarnt, von seinen unchristlichen Mey§nungen abzustehen.
So waren zwar die Unruhen in der Kirche glück-lich beygelcgt, im Staate hingegen sah es desto unruhi-ger und gefährlicher aus. Unglück auf Unglück, Kampfaus Kampf, ewige Arbeit und Mühe war das Loos
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