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[1] (1790) (1790)
Entstehung
Seite
215
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LIZ

Alexius zur Hauptstadt zurück, froh über den unerwar-teten Erfolg feiner Waffen, aber traurig über dasSchicksal des Nicephorus, das sein gefühlvolles Herz biszu Thranen erweichte. Er bemühte sich, ihm den un-erschlichen Verlust seines Gesichts durch mehrere Gna-dcnbezeugungen wenigstens einigermaßen zu vergüten,und erstattete ihm beynahe alles, was er ihm vorherentzogen hatte.

Nicephorus, in tiefen Kummer versenkt, floh ausdem Gewühl« der Stadt aus sein stilles Landgut, woer sich ganz dem Studium der Alten widmete, derenWerke er sich vorlesen ließ. Sein ungemeines Genie,zerbrach die Fesseln, die ihm die Blindheit schiug. Wasandre bey völligem Gebrauch ihrer Augen nicht einsehenkonnten, faßte er, der Augen beraubt, auf die leichte,sie Weise. Unter mehrern Wissenschaften, die er sichganz zu eigen machte, war auch, die Geometrie,zu deren Erlernung ihm ein gewisser Philosoph ma-thematische Figuren ausschnitzen mußte. Ich erzähl«dieß nicht bloß aus dem Munde glaubwürdiger Augen-zeugen ; Ich selbst Hab es gesehen, ich selbst habe ihn,da ich auch ein wenig Mathematik verstehe , geprüft,und muß ihm das Zeugniß geben, daß er ein gründ-licher Kenner derselben war.

Seine Gelehrsamkeit, oder vielmehr sein blinde»Eigendünkel, leitete ihn auf thörigte Irrthümer. Auchgab er noch immer nicht seine ehemaligen stolzen Ent-würfe auf. Sie wurden aber, als er sich schon einigenentdeckt hatte, dem Kaiser hinterbracht. Er bekanntesich schuldig, und wurde auss neue begnadigt.

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