68
Drittes Buch.
6)aum war der kaiserliche Palast in den Händen der»aV Komnener, so gierigen auch schon zwey Abgeord-nete an den Kaiser ab, die ihn in ein Kloster brachtenund nicht eher verließen?, als bis er sich die Ton-sur hatte geben lassen. Der unglückliche Greis ergabsich auch bald in sein Schicksal, und bedauerte nur denVerlust seiner schönen Tafel. Unterdessen blieb dieKaiserin mit ihrem Sohne, den sie von ihrem vorigenGemahl Michael DucaS hatte, im Palast zurück, unddie Lästerung will von einem geheimen Liebeöverständ-ruß wissen, das sie so sicher gemacht haben soll. Diewahre Ursache ihres Bleibens aber war wohl diese, daßsie, als eine Fremde, außer den Komnenern, die ihr inmehrerem Betracht so viel schuldig waren, weder Freun-de noch Verwandle um sich hatte, denen sie sich füg-licher hatte anvertrauen können. Dazu kam noch dieLiebe für ihren, damals siebenjährigen, Sohn, den sieaus zärtlicher Sorgfalt nicht von ihrer Seite lassenwollte.
Demungeachtet verbreitete sich nicht allein jenesGerücht, sondern man wollte es auch schon für ausge-macht halten, daß der neue Kaiser sich mit ihr vermah-len werde. Die Ducas besaßen zuviel Verstand, uman dieses Mährchen zu glauben, mußten sich aber dochvor des Alexius Mutter, die ihrer Familie nie wohlgewollt hatte, in Acht nehmen. Gleich denselben Tag,als Georg Palaolog mit der Flotte im Hafen hielt, umdem Kaiser den gewöhnlichen Zuruf zu bringen, geschahein Vorfall, der sie in ihrer Furcht bestärkte, und bey
andern