Druckschrift 
[1] (1790) (1790)
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

58 -----------

Gefolge; sie wollen, weil ihnen das Geld ausgegangenist, nur einige Augenblicke in der Kirche verweilen, unddann gleich wieder umkchren. Der Mann glaubte es,und ließ sie hinein.

Den folgenden Tag berief der Kayser den Senat,in welchem er, wie man leicht vermachen kann, heftiggegen den Alexius loszog. Darauf ließ er die Frauendurch zwey Abgeordnete (Straboromanus und Eu-xhemianus) vor sich fordern. Dalaßene erzählte ihnendie Ursache, durch die ihre Sohne zu dem gegenwär-tigen Schritt genöthigt wurden, und bat um KayserlicbenSchuh gegen die unmenschlichen Verfolger. Sie selbstaber wollte nicht eher fort, als bis sie in der großenKirche gebetet hätte. Dieses fromme Verlangen wardohne Verzug bewilligt. Sie gieng also in Begleitungder beyden Abgeordneten langsam, und gebückt, theilsvor Gram und Alter, theils aus Verstellung. Als siesich dem Allerheiligsten (s) näherte beugte sie zweymalihre Knie, dann warf sie sich zum drittenmal hin ausdie Erde, umfaßte die heiligen Thüren, und schrie daßsie nicht eher von der Stelle gehen wolle, bis ihr derKayser zum Zeichen ihrer Sicherheit ein Kreutz schickenwürde. Straboromanus bot ihr das Kreuß an, wel-ches er auf der Brust trug; sie schlug es aber aus,weil Er es nicht sey, der sie schützen könne, und weitsie ohnedem ein recht großes Kreutz haben müsse, um jedermann wissen zu lassen, daß ihr der Kayser ge-schworen habe. Mittlerweile wurden die Kirch-thüren. der Morgenandachk wegen eröffnet, und bey derGelegenheit war auch die Gemahlinn Isaacs hineingekommen, welche ebenfalls versicherte, daß sie, sollters auch das Leben kosten, unter keiner andern als die-ser Bedingung von der Stelle gehen würde.

Eine