Druckschrift 
[1] (1790) (1790)
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

euch aufwiegeln. Für sich selbst arbeiten sie, mit eu-rem Blute wollen sie reich werden, durch eure eigneBeyhülfe möchten sie euch gern ins Verderben stürzen.Gesetzt, dieser Ursel würde euer Kaiser, wie ihr soeifrig zu verlangen scheint, was hättet ihr anders vonihm zu erwarten, als Hinrichtungen, Blendungen undVerstümmlungen? Die, welche euch aufwiegeln, wis-sen ihre Güter in Sicherheit, denn sie haben von demBarbaren nichts zu fürchten. Geht es unglücklich, sowerden sie nicht säume- euch rey dem Kaiser zuvorzu-kommen, aus Erhaltung der Stadt siel) selbst ein Ver-dienst zu machen, Belohnungen dafür empfangen, ge-gen euch aber die ganze Rache des Kaisers kehren.Seht! so wird eure Leichtgläubigkeit mißbraucht! Sospielen sie mit euer» Gütern und euern Leben. Laßteuch von mir rachen, gebt ihnen lein Gehör und wan-dert nach Hause. Dort denkt mit gelassenerem Sinnmeinen Worten nach, so werdet ihr bald finden, wer Sam besten mit euch meynte."

Diese Rede stimmte die Gemüther um, und mitgünstigem Gesinnungen gieng man auseinander. Aberobgleich dieser Sturm glücklich beruhigt war, so hieltsich Alepiuö doch nicht ganz sicher vor einem Rückfall,weil er dem Wankelmuth der Menge nicht traute. Umsich ganz dagegen zu sichern, nahm er, da er eS alsder Schwächere nicht auf Gewalt durfte ankommen las-sen, zu einer palamedischen List seine Zuflucht. Erthat als ließ er Urseln die Augen auSstechcn, und umdieses Gerücht desto gewisser unter das Volk zu brin-gen, wurde ein öffentlicher Henker geholt. Diesermußte sich mit den dazu nöthigen Werkzeugen versehen,auf den zur Erde liegenden Gefangenen werfen, derwie ein gefangener Löwe brüllte. Dieses mördrifcheGeschrey, nur durch ein ängMches Stöhnen unter-brochen,