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Or. Max Rmrze.
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Leistungen den Anlagen entsprechen, und gehe man bei der Beur-theilung psychologisch vor; — dann allein kann ein Urtheil wahrund gewissenhaft sein. Und forsche man wirklich in der Ge-schichte, historisch auch in der Musikgeschichte; — von wem z. B.wirkliche Erfindungen gemacht sind, von wem wirklicheAnregungen ausgegangen sind! Über Loewe hat man in dieserHinsicht bisher so gut wie gar nicht geforscht; und doch wird solcheForschung theilweise lohnend sein. Man wird ihn neben den ganzgroßen Geistern noch kennen lernen als einen, welcher der Kunstauch neues Material zugeführt hat, der sogar ganz neue Formenerfunden hat. Jedem das Seine; — aber eben: Jedem dasSeine; jeden Baumesgipfel, der den Wald überragt, lasse man anseiner Stelle stehen, wenn auch dem Auge eine Unebenheit, einscheinbarer Mangel an Symmetrie sich zunächst darbietet; — füg-lich sieht es in der Kunst doch am schönsten so aus, wie es wirk-lich und naturgemäß in ihr ist. Warum sollten wir nicht alleSchubert als den „göttlichen" unter den Gesangskomponistenverehren? Warum sollte von uns Schumann nicht mit Recht als„König" des Liedes gepriesen werden? Gewiß ist auch uns Franzerst der wahre „Vollender" desselben! Aber darf man dem nord-wärts aus Felsen gewurzelten Loewe es vorenthalten, ihm zu sagen,er sei ein „Gigant"? Man höre den Edward rusen „Ach immersteh's und sink und sall'", man sehe die „wildriesige Gestalt" desWittekind niedersinken ins Knie, man lasse den König von Granadavor Zorn wiehern: „Weiß als König, daß nicht Rechtens, was desKönigs Willen hemmt!" und überwinde die Scheu vor dem ver-stoßenen, aber in der Musik eben so mächtigen wie erhabenen „Paria".Es erscheint oft erst unbequem, sich mit neuen und wieder neuenund anders gestalteten Loewe'schen Balladen zu befassen, aber lerntman sie näher kennen, es wird so manche „die heiße Spur" imHerzen hinterlassen, wie der Blitz in Mauer, Waff' und Lederwerkbei dem jungen Kaiser Heinrich IV. „zu Goslar in der Kammer tief".
Zur genaueren Kenntnis Loewe's und zur Schätzung seinerKunst wäre es nun höchst werthvoll, zu erfahren, wie sehr er vonSeiten vieler bedeutender Persönlichkeiten geschätzt worden ist. Jndeßwürde solches hier zu weit führen, und wollen wir uns hier ledig-lich darauf beschränken, zu erwähnen , daß Loewe auch die persön-liche Bekanntschaft mit Goethe (in Jena) gemacht hatte, bei welcher