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1 (1852)
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minder scharf oder ungefällig hervorlritt, als in den obigen Fällen.Der Grund jener Erscheinung scheint daher der zu sein, dass derDominanldreiklang in seiner Bewegung zum tonischen Dreiklangan den Dominant-Akkord erinnert und wir daher nicht blos dieVerdopplung der Terz, sondern auch die regelwidrige Führungderselben (gleichsam als wäre sie Terz eines Dominant-Akkordes)zu ertragen haben.

Zweitens. Allein auch hier wieder ist anzuerkennen, dassallgemeine Regeln nie für alle Fälle, die äusserlich genom-men unter sie fällen, bestehn können; sie verlieren ihre Geltung,wo ihr Grund weglällt. Wir geben nur drei Beispiele.

Die Terz soll nicht verdoppelt werden, sagt die Regel, weilsie als das bestimmende, hellste, schärfste Intervall im Akkordesonst doppelt scharf hervordringt. Wie aber, wenn gerade diesegesteigerte Helligkeit der besondern Aufgabe des Komponisten zu-sagt, vielleicht ihr einzig rechter Ausdruck ist? So hat Beetho-ven in der grossen Messe*) in künstlerischer Tiefsinnigkeit dasRechte getroffen. Nachdem das crucißxus , jjassus et sepullus intiefster Wehmulh und Trauer geschlossenist, und vordem glänzen-den Aufschwung des ascendit in coelum (einem weit und machtvollausgeführten Satze) wird die Auferstehung so verkündet:

Nach dem hochtönenden Ruf des Tenors bilden die Stimmen Takt 4zweimal Dreiklänge mit doppelter Terz. Es ist Alles im hellstenTon der Verkündigung ausgesungen; die hohe Tenorlage, dieenggeschlossne erste Harmonie, die Terzverdopplung, die Führungdes Alts, der fremd eintretende Akkord auf B, der lieblich helleAusgang, Alles wirkt in diesem Einen Sinne zusammen.

*) In Partitur (Op. 123) bei Schott in Mainz. S. 147.

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