3. a , der Dreiklang der Parallellonart des Haupttons,b, der Dreiklang der Paralleltonarl der Dominante,zuerst übergeben. Zweitens gewöhnt er sich durch längere Be-schränkung auf dieselben, zuerst an sie, als nächste Momente derHarmonie zu denken; und diese Gewöhnung wird sich bis in diehöchsten Aufgaben der Lehre und der Kunstbildung heilsam erzei-gen. Drittens wird er auf die leichteste Weise der Grundbeding-ungen aller Harmonie Herr, — und es muss ihm daran liegen, sosicher, aber auch so schnell es sein kann, wieder zum eignenSchaffen zu gelangen; zugleich mit der mechanischen Hebung ge-winnt er auch die Einsicht in die Gründe, die jene Mechanik be-stimmt haben. Endlich mag er sich über die allerdings mehr mecha-nische als künstlerische Richtung dieser ersten Uebungtn zufriedengeben, wenn er erfährt, dass nach der frühem Lehrweise im Grundalle Uebungen in der Harmonie mechanisch und unkünstlerisch ge-trieben wurden, während wir mit jedem folgenden Schritte derKünstlerfreiheit näher treten.
Was nun die Uebungen selbst betrifft, die der Schüler auf die-sem Standpunkte zu unternehmen hat, so fügen wir aus Erfahrungnoch folgende Rathschläge zu.
Sobald die drei grossen Dreiklänge (bis S. 80), dann der Do-minant - Akkord (S. 85 ), endlich die kleinen Dreiklänge (S. 94)aufgewiesen sind, muss der Schüler sich dieselben auf dem Klavierwiederholt zu Gehör bringen und selbst nachsingen, um sie sinn-lich genau kenuen zu lernen. Dann muss er sie nach dem Ge-hör auf jedem beliebigen Ton aufsuchen, blos nach jlem Ge-hör etwaige Fehlgriffe verbessern, und erst, wenn er das Rechtegetroffen zu haben meint, durch Ausmessung der Intervalle (S. 24,95) das Gefundne prüfen. Namentlich muss der grosse und kleineDreiklang auf das Sicherste durch das Gehör unterschieden werden;man gelangt dazu, wenn man grosse Dreiklänge (durch Erniedri-gung der Terz) in kleine (z. B. c-e-g in c-es-g) und kleine(durch Erhöhung der Terz) in grosse (z. B. e-g-h in e-gis-h)verwandelt. Diese Uebung muss auf jede der künftig nach undnach zutretenden Gestalten ausgedehnt werden; der Musiker mussAlles hören, Alles sinnlich erkennen, aufnehmen, durch-fühlen , und sich dann auch ohne sinnlichen Apparat, ohne Instru-ment oder Gesang, im Geiste deutlich und sicher vorstel-len können.
Ist ein Akkord auf dem Klavier gefunden, so muss er benanntwerden, und zwar in jeder möglichen Weise. Wäre z. B. derAkkord c-es-g gefunden, so früge sich:
Was ist es für ein Akkord? — ein kleiner Dreiklang.
Beweis —