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Sind dergleichen Oktaven- und Quinten folgen unstatthaft? Habensie dasselbe Auffallende oder Missfallende an sich, wie die früher(S. 83) betrachteten Oktaven und Quiuten?
Keineswegs. Vor Allem wirken sie in harmonischer Hinsichtgar nicht so bestimmt, wie die in harmonischer Form in No. 93betrachteten; denn die Figuralslimme (in No. 546 und 552) um-giebt die bedenklichen Töne dergestalt mit melodischen Neben-noten, ist seihst eine so bewegliche oder fliessende Melodie, dassdie in einfacher Harmonie vielleicht anstössige Folge wenig odergar nicht hervortritt. Sodann erkennt man sogleich, dass die ei-gentlich zum Grunde liegende Harmonie vollkommen regelmässiggebildet ist und die bedenklichen Folgen nur in einer Verdopplungaller Stimmen (No. 552), dergleichen schon in No. 84 geschehen,oder einiger Stimmen (No. 547), dergleichen wir ebenfalls schonbei No. 94 beobachtet, ihren Ursprung haben, also nicht imWesentlichen sondern in einem Beiwerke der Harmonie statt fin-den. Wäre letzteres aber auch nicht der Fall, läge der Figura-tion ein wirklicher Harmoniefehler, wie z. B. hier
eine förmliche Quintenreihe, zum Grunde: so würde doch durch diemelodische Form und die zwischenlretenden Schritte (hier z. B. stelltsich zwischen die Quinten jederzeit eine Quarte) das Bedenklicheder Harmoniefolge höchst gemildert, wo nicht ganz aufgehoben.Auch solche Tonfolgen würden wir nicht unzulässig finden und essollte nicht schwer halten, deren in den Werken aller M.eister auf-zuweisen.
Einigermaassengehörthier schon folgende Stelle aus Beetho-ven’s Gmoll Sonate Op. 10 hin, im ersten Satze Takt 72 bis 74.
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Die Anfangstöne dieser Takte bilden Oktaven und zwar, wennman die Figuration auf ihre harmonische Grundlage zurückführt,
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zwischen Ober- und Unterstimme; zwar tritt auf dem dritten Vier-tel statt des oklavenmachenden Grundtons die Terz (der Sext-Akkord)zwischen die Oktaven ; doch dringen sie mit dem Gewicht des