423
M- * - •
sehen wir bei a eine Harmoniefolge in Figuration aufgelöst, bei bdieselbe durch einen Vorhalt e, der sich in d auflöst, verändert.Die Figuration bei b nimmt diesen Vorhalt auf, führt ihn aber nichtsogleich nach d, sondern schiebt g und f dazwischen, verzögertalso damit die Auflösung. Aber man sieht sogleich, dass g und fBestandteile der beiden Milteistimmen sind, während Vorhalt undAuflösung der Oberstimme angehören.
Unleugbar giebt die unmittelbare Auflösung die schnellste Be-friedigung, ist also die mildeste Gestaltung. Allein die verzögerteAuflösung kann eben durch Zurückhallen eines gleichsam rätsel-haften Tones besondern Reiz ausüben (wie man an dem, übrigensvielgehörten Satze No. 550, b erkennt) und ist, auch abge-sehn davon, in vielen Fällen unentbehrlich, wenn man ein Fi-guralmotiv auch nur einigermaassen einheitsvoll durchführen will.Die obigen Fälle würden durch Vermeidung der Verzögerungen,z. B. so:
eben nicht gewonnen haben.
2. Oktaven- und Quintenfolge.
Der aufmerksamere Leser wird bereits gefunden haben, dassin No. 547 bei a, c, d und e Oktavenfolgen eingetreten sind, dieman in No. 548 offen dargelegt hat. So sind hier bei a
Oktaven- und Quintenfolgen gemacht, die man bei b unverhüllt inder ersten und vierten, zweiten und fünften, dritten und sechsten,wie in der zweiten und vierten Stimme hervorlrelen sicht.