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Nächst dem Akkordreichlhum kommt nun
2. die Zahl der Begleitungsslimm.cnin Betracht. Je mehr Begleitungstöne wir verbinden , desto voller,schwerer wird die Masse der Begleitung; je weniger Begleitungs-Stimmen wir brauchen, desto leicht beweglicher, zarter wird dasGanze *).
Nach dieser ohne Weiteres einleuchtenden Bemerkung wer-den wir für jede besondre Aufgabe das rechte Maass der Beglei-tung schon ziemlich sicher treffen ; leichte, unschuldig klare, oderrasch bewegte Weisen werden besser zwei- oder dreistimmig, —ernstere, gewichtvollere besser vier- oder fünfstimmig dargestellt.Das zuletzt erwähnte Lied wird viel angemessener zweistimmig inder bei der Naturharmonie gelernten Weise, — die in No. 535und 538 angeführten Lieder werden besser vierstimmig, auch wohlmit Verdopplung des Basses, dargestellt. Der dei No. 537 be-trachtete Gesang wird in seiner sanften Feier am wirkungsvollstenvon einem vierstimmigen Chor gesungen ; er Hesse sich auch drei-stimmig, weniger genügend zweistimmig darstellen ; den fünfstimmi-gen Satz würden wir für die stille Weise schon überladen finden.Ueberhaupt möchte bei der Beweglichkeit und dem frischen Rhyth-mus der meisten Volkslieder selten eine mehr als vierstimmige Be-gleitung wohlgerathen sein.
Bisher haben wir nur überlegt, welche Stimmzahl für diesesoder jenes Lied im Allgemeinen angemessen sei; nun treten haupt-sächlich noch zwei Betrachtungen hinzu, deren wir bei den Chorä-len nicht bedurften.
Erstens werden wir bald gewahr, dass in ein und demsel-ben Liede bisweilen ein Theil oder Abschnitt stärker als der andrebetont und dadurch als der hauptsächliche oder stärkere, heftigereu. s. w. ausgesprochen sein will; bald giebt der Text des Liedes,bald der musikalische Inhalt und Gang hierzu Anlass. Den Ge-gensatz der schwächern oder sanftem und der stärkern oder fe-stem Partien können wir nicht allein durch den blos mechanischenWechsel von forte und piano, oder durch die Behandlung derHarmonie, sondern auch — und oft am glücklichsten, oft einzignur — durch den Wechsel von Mehr- und Minderstimmigkeit dar-stellen. So könnte das in der Beilage XXVI, 4 mitgetheilte Liedvollgriffiger bei den langem, schonender und leichter bei den kur-zem Noten
*) Es versieht sich, dass hier von dem besondern Inhalte der Harmonie,der in sich selbst bald fremder und schwerer, bald vertrauter und leichtersein kann, von dem Unterschiede der Betonung (forte und piano) und der Instru-mente oder Stimmen ganz abgesehen wird.
Marx, Komp. L. I. /,. Aufl. 27