Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
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innerhalb der Dezime d und f zu halten, eine Tonreihe, die denhohen Stimmen bequem und den tiefem wenigstens erreichbar ist.

2. Kur aider der Tonarten.

Hiernächst kommt viel auf den Karakter der Tonart an,die man wählt. Wer mit unbefangnem und empfänglichem SinneMusik hört und ausübt, der ist inne geworden, dass die verschied-nen Tonarten abgesehen von Höhe und Tiefe und abgesehendavon, dass einige auf dem und jenem Instrumente mehr helleund klangvolle Töne haben als andre (z. B. die Tonart Ddur aufder Geige die blossen , stärker und heller erklingenden Saiten)einen verschiednen Karakter, bald heissere, bald kühlere, baldtrübere und weichere, bald hellere und festere Stimmung an sichhaben und auf den Hörer übertragen, obgleich der Grund dieserErscheinung noch nicht aufgedeckt ist*). Hat man nun diesenKarakter der Tonarten wahrgenommen, so versteht sich von selbst,dass man wo möglich (wenn die Stimmlage es irgend erlaubt) fürjedes Lied die Tonart wählen wird, deren Karakter mit dem desLiedes am besten übereinstimmt.

So wichtig nun auch dieser Punkt hier und überall für denKomponisten ist, so halten wir doch für gut, über den Karakterder Tonarten in diesem Werke nichts Näheres milzuthcilen, son-dern die Auffassung desselben einstweilen dem unmittelbaren Gefühljedes Einzelnen zu überlassen. Denn erschöpfend und (so vielwie möglich) begründend könnte diese Angelegenheit hier dochnicht erörtert werden und in der Weise einzelner Andeutungenist besonders von unsern Musik-Aesthetikern so viel Halbwahresund Ganzfalsches ausgesprochen worden, dass jede nicht tiefergehende Untersuchung die phantastische Masse nur vergrössernund den Jünger zu Träumereien hinüberlocken könnte, währenduns nichts näher am Herzen liegt , als ihn zu rüstiger That anzu-führen. Dagegen werden wir in der Musikwissenschaft Ge-legenheit und Verpflichtung haben, auf diesen Gegenstand zurück-zukommen; einstweilen enthält die allgemeine Musiklehre we-nigstens einige Andeutungen darüber.

') Dies letztere war die Veranlassung, die den so verdienstvollen undscharfversländigen, dem Feinem und Tiefem aber weniger offnen GottfriedWeber zum Leugner und Bekämpfen der ganzen Erscheinung machte. SeinGegenbeweis zeigt nur, dass der Verstand den Grund der Sache nicht fas-sen kann.