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liehen überreich an den tiefsinnigsten, tiefstgefühlten Zügen zunennen, obgleich auf der andern Seite nicht in Abrede gestellt werdenkann, dass der in sein eignes wunderreiches Innre einsiedlerischverschlossene Künstler hier und da mehr getban haben mag, alsdie ursprüngliche Weise zu tragen vermochte; jedenfalls ein Werk,das jeder ächte Junger sich auf das Innigste und Tiefste aneig-nen muss.
Wir beginnen nun bei dem Einfachsten. In Leistungen , wiejene ßeethoven’sche, erblicken wir den Gipfel unsrer jetzigen Auf-gabe, zu dessen Erreichung jedoch vielseitige Durchbildung erfodertwird. Eine ähnliche Leistung hat Beethoven an eignen Lieder-melodien in seinem ,,Liederkreis an die ferne Geliebte“ gegeben,in dem jeder Liedervers seine eigne, sinnigste und sprechendste Be-gleitung erhalten hat. Auch Liszt hat in ähnlichem Sinn und mitgrossem Talent den Liederkreis, so wie andere Beelhoveu’sche Liederund einige Lieder von F. Schubert für Pianoforte eingerichtet.
Uebrigens wollen wir in der Regel das Pianoforte als be-gleitendes Instrument annehmen und darauf sehn, dass die Aus-führung auf demselben nicht blos möglich, sondern auch nach Ver-hältniss der Leichtigkeit unsrer Aufgabe nicht zu schwer sei.
Erster Abschnitt.
Allgemeine Auffassung der Melodie.
Das erste Geschäft bei der Bearbeitung eines Volksliedes istdie Bestimmung einer festen Tonart; denn im Volksleben wird,wie sich von selbst versieht, ein solches Lied bald in dieser, baldin jener Tonart gesungen, wie es dem Sänger eben mundrechtscheint.
1. Berücksichtigung der Stimmregion.
Bei dieser Wahl ist vor Allem auf angemessene Lage derTöne für die Singstimme zu sehen. Das Volkslied soll sei-nem Ursprünge, wie seiner Tendenz nach von Vielen gesungenwerden können, darf also den gewöhnlichen Tonumfang nicht über-schreiten , weder nach der Höhe noch nach der Tiefe zu weitgehn. Obgleich ein absolutes Tonmaass hier nicht gegeben wer-den kann, da das Volk seine Lieder nach eigner Stimmung bildetund mancher Stamm (namentlich südliche und Bergvölker) tonrei-cher singt, als andre : so wird man doch wohl thun, sich möglichst