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Dieser Tonart;, die schon nach ihrem harmonischen Gehalt trü-ber, weicher, wehmüthiger ist, als ihre Vorgänger, sind die beidennächstliegendeu Ausweichungen, nach denen unser System zuerstfragt, versagt. Sie modulirt nicht nach der Dur-oder Älolltonartihrer Dominante, — nämlich nach unsrer Art zu moduliren; denndazu bedürfte sie des grossen Dreiklangs oder Septimen-Akkordesh-dis-fis oder h-dis-fis-a ; das alte System kennt aber keindis und der äolischen Tonart ist fi ein wesentlicher Ton, der Tonfis also versagt. Eben so wenig gehl dieselbe nach D dorisch, denndazu würde sie cis ( a-cis-e) brauchen, und c ist ihr ein we-sentlicher Ton. Auch würde das Aeolische zu viel an seiner Ei-genthümlichkeit eingebüsst haben, wenn es sich mit dem so ähn-lich konstruirten Dorischen hätte verbinden wollen ; dieses dagegenkonnte uud musste sich des Aeolischen bedienen, schon um gegendie karakterislischeu Verbindungen mit den Durlönen hinlänglichesGegengewicht an Moll zu haben.
Hierdurch verhält sich das Aeolische ruhiger, stiller als diefrühem Tonarten, besonders als die dorische; es begnügt sich stattder schlagenden und starken Modulationen meistens mit Halb-sehlüssen auf der Dominante (ohne Ausweichung) oder mit einerWendung in das Phrygische, die (wie wir bald sehen werden)kaum eine Ausweichung zu nennen ist, und durch dasselbe in dasIonische.
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Finden wir nun endlich dieTonreihe von A, oder auch in
äolischen Melodien (meist in derder von G mit zwei Be’en) nicht
wie die Dorischen in authentischer, sondern in plagalischer Haltung :so sehen wir Alles vereinigt, dieser Tonart einen stillen, wehmü-thigen, leidenden Karakter zu geben, dessen Trübe nur durch diehäuügen Halbschlüsse auf der Dominante mit grossem Dreiklang auf-gehellt und gemildert wird; einen Karakter, der sich auf das Be-stimmteste von dem der andern Tonarten unterscheidet, und in derReibe aller dieser so sicher ausgeprägten Grundformen religiöserStimmung, denen die Alten bei ihren Kirchentönen nachgingen, nichtfehlen durfte. Als Beispiel diene das Abendlied : Nun sich der Taggeendet hat, in G äolisch.
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