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1 (1852)
Entstehung
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383
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Auf der andern Seite brachte es wieder der bestimmtere, be-sondre Karakter ihrer Tonarten mit sich, dass sie sich gewisseAusweichungen regelmässig versagten, während wir zwar zu-nächst die verwandtem Tonarten zu ergreifen pflegen, nicht abergehindert sind, in jeden möglichen Ton auszuweichen. Im altenSystem entsprach, wie gesagt, der Modulationskreis bestimmterdem Karakter der Tonart; und damit ist schon klar, dass er ihnvollenden half, dass folglich der Modulationsplan eines Ton-stücks auch zu den Kennzeichen der Tonart gehört. WirNeuern bedürfen eines solchen Kennzeichens nicht, da Vorzeichnungund Schlussfall unsre Tonarten ausser Zweifel setzen.

Soviel im Allgemeinen über die alten Tonarten ; betrachten wirjetzt jede derselben für sich und erwägen ihre Behandlung. Beidieser Behandlung werden wir das Wesentliche zunächst fest-halten, also :

vor Allem die Melodie,

dann die Modulationsordnung,dann das für die Tonart

Karakteristische der Harmonie. Ob wir darüber hinaus die Allennachahmen wollen, z. B. einfachere Stimmen führen, uns ge-wisser Akkorde ganz oder öfter enthalten, die zwar uns geläufigund wichtig sind (z. ß. der Dominant-Akkord), von den Alten aberweniger gebraucht wurden : das w'ird mit dem Gegenstand unsrerjetzigen Betrachtungen weniger zu thun haben, und mehr von uns-rer Wahl, von unsrer Auffassung der jedesmaligen Aufgabe imBesondern abhängen. In den Beilagen XXI bis XXV. finden sichübrigens einige Melodien aus alten Tonarten zur vorläufigen Uebung;mehr enthält das evangel. Choral- und Orgelbuch*), oder das ausdemselben gezogne, leider nur nicht ganz korrekte Melodienbuch.Daselbst sind unter andern ; ionisch (authentisch) No. 59,99,100, 122, 184, 200, 203; hypoionisch (plagalisch) No. 27,35, 73, 87, 161, 163, 175, 202; mixolydisch (plagalisch)No. 19, 52, 82, 128, 129, 206; dorisch (authentisch) No.30, 37, 38, 39, 40, 57, 64, 150, 198, 225, 226; äolisch(plagalisch) No. 14, 26, 33, 102, 159, 164, 177, 199, 214,221; phrygisch (authentisch) No. 28, 42, 43, 61, 91, 96,151. IJnentschiedner sind No. 4 und 32, entweder hypo äolisch(authentisch) oder dorisch; No. 119 wohl äolisch; No. 120wohl dorisch im Genus molle und plagalisch; No. 7 und97 wohl (fast ohne Zweifel) äolisch.

*) Evangelisches Choral - und Orgelbuch (235 Choräle mit Vorspielen) vonA. B. Marx. Berlin 1832 bei G. Reimer.