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bar erweisen. Denn richtig ist nur (S. 15), was für seinenZweck recht ist. Der Zwecke giebt es aber mehrere, ja un-zählige. Wir können also von keiner Gestaltung des Tonreichssagen, dass sie allgemein richtig oder unrichtig sei; sie ist nur fürdiesen Zweck die richtige oder rechte, und für einen andernZweck nicht die richtige, —Nun hat unser System zunächst dieallgemeinen Zwecke aller Tonkunst in das Auge fassen und zeigenmüssen, wie sich die Tonsätze diesen Zwecken gemäss,also für diese Zwecke richtig, gestalten. Das System deralten Kirchentonarten weiset einige der wichtigsten abweichen-den Gestaltungen auf, und zeigt die Zielpunkte, welche durch sieerreicht werden, und welche die Alten unter der Leitung diesesSystems mit Bewusstsein und Sicherheit erreicht haben.
Wir wollen also den alten Meistern in ihrem Ideengangenachfolgen, die lebendige Wahrheit aus demselben für uns gewinnen,die von ihnen überlieferten Melodien in ihrem Geiste, nachihrem Ideengange harmonisiren. Das ist das Wesentliche desalten Systems für den Zweck der Kompositionslehre.
Ausser diesem Wesentlichen ist den alten Chorälen und derZeit ihrer Entstehung noch Manches eigen, das für uns aufgehörthat, wesentlich zu sein, weil es seinen Grund nicht in dem Ideen-gange fand, der die Alten leitete und ihre Werke bedingte. Dahingehört unter andern, dass ihr Tonsystem nicht alle Töne enthielt,die wir besitzen. Zu Anfang besass man nur die Tonreihen
P > d > e ; ßi p ’ ® ^ > c »
und
c, r/, e, ß , g ^ ff, b , c,
also nach unsrer Ansichtsweise nur die Tonleiter von Cdur nebst b.
Viel später hatte man die Tonreihe
cis es ßs gis b
c d c ß g a h c.
Allein die ganzen und halben Töne waren nicht von gleichemVerhältnisse, cis , ßs und gis konnten nicht zugleich als des , gesund ff,9, — b und es nicht als aïs und dis gebraucht werden; daserlaubte die damalige Stimmung der Orgeln, dieses für Kirchen-musik so wichtigen Instrumentes, nicht. Und wenn gleich, nochspäter, auf einigen Instrumenten doppelte Obertasten (eine für es,die andre für dis u. s. w.) eingeluhrt wurden, bis man zuletztdurch gleichschwebende Temperatur alle Tonverhältnisse ausglich:so hatten sich doch schon die Grundsätze des alten Tonsyslemsfestgestellt, und blieben in Wirksamkeit, bis neben ihnen allgemachdas neue, jetzige Tonsyslem herrschend geworden war. ■— Beiuns werden diese äusserlichen Verhältnisse nur so weit Berück-