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1 (1852)
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zubilligende soll uns fern bleiben. Allein die Erfahrung lehrt, dassder Eifer, mehr und mehr Behandlungen herauszuholen, unvermerktan die Gränze des Unlöblichen, und über sie hinausführt. Wirralhen also alles Ernstes :

die in diesem Abschnitt vorgezeichnete Uebung nicht ehervorzunehmen, als bis in vielen vorausgeschickten einzelnenChoralbehandlungen schon Kraft und Einsicht gewachsen undbewährt sind.

Dann erst, und lieber zu spät als zu früh, mag jeder sichan sein harmonisches Probestück machen. Und auch dann mag nichtin der Anzahl, sondern im Werthe der Behandlungen der Nutzenund die Ehre der Arbeit gesucht werden.

Worin können nun Choralbehandlungen mannigfaltig sein? Wirunterscheiden hier äussere und innere Mannigfaltigkeit.

Die äussere Mannigfaltigkeit besteht darin, dass ein Choralzwei-, drei-, vier- und mehrstimmig behandelt, dass der Cantusiirmus bald in die Oberstimme , bald in die Unter- oder in eineMittelstimme gelegt wird. Dies sind die äussern Formen der Cho-ralbehandlung, welche wir bis jetzt kennen. Jede von ihnen kannnatürlich auf die mannigfachste Weise ausgeführt werden ; mankann sich verschiedner Harmonie und Stimmführung überall bedie-nen, kann ebensowohl im drei- als vierstimmigen Satz den CantusIirmus in die Mittel- oder Unterstimme legen, und was dergleichenmehr. Alle diese Formen geben Anlass zu nützlichen Uebungenund müssen fleissig benutzt werden. Doch setzen wir sie hieralle bei Seite, um nicht zu weitläufig zu werden, und beschränkenuns auf die vierstimmige Behandlung und die Stellung des Cantusfirmus in die Oberstimme.

Die innere Mannigfaltigkeit, mit der wir es also allein hier zuthun haben wollen, beruht auf der verschiednen Modulation, Har-monie, Stimmführung, die wir einer Choralmelodie ertheilen können.Das Leichtere und desswegen für unsern Lehr- und UebungszweckUnwichtigere ist hier die Stimmführung; denn die Stimmen werdenwenigstens im Wesentlichen durch die Wahl der Harmonien be-dingt. Wir wollen also bei dem Gesetz stehen bleiben, die Stim-men überall melodisch und sonst zweckmässig zu führen, und wer-den nur gelegentlich darüber noch einen Wink zu geben haben.

So ist also das Wichtigste für unsre Betrachtung die modu-latorische und harmonische Anlage. Wo finden wir immer neueWege der Modulation und Harmonie? wie können wir ihnen me-thodisch , mit der Hoffnung reichen Erfolgs nacbslreben, ohne esauf ungefähre Einfälle, auf ungeordnetes Umhersuchen und Tap-pen ankommen zu lassen? In der Beantwortung dieser