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1 (1852)
Entstehung
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Harmonien folgen dann nach bekannten Grundsätzen von selbst.Wir müssen nun die Oberstimme bedenken.

Die obigen Proben (No. 482) zeigen , in welchen Schlendriandieselbe verfällt, wenn man sie zu eng an den Cantus firmus ket-tet; wir beginnen also auf der Terz und mit einem hinaufführendenMotiv (a), das sich sogleich in b wiederholt, nach einer Abbeugungden höchsten Melodieton trifft, und dann den Grundsätzen der Me-lodie gemäss hinabführt zum Schlüsse. Allein erst die folgendeStrophe bringt den Theilschluss ; ohnehin verlangt der Schlusstondis nach e hinaufzusleigen. Die Melodie erhebt sich also nochmalsauf den Gipfel und steigt dann in entschiedner Weise, übrigensdem Motiv getreu, zum Schlüsse hinab.

Im zweiten Theil erhebt sich die Oberstimme nochmals, undzwar im vorletzten Takt, auf ihren Gipfel, um dann sanfter undbewegter, aber ebenfalls entschieden sich zu Ende zu senken. Bisdahin aber, und besonders zu Anfang, ist sie minder lebhaft ent-faltet, minder schwunghaft; eine Folge der lebhaften Bewegung desersten Theils, die als Gegensatz Ruhe foderte, und nicht ohne Ein-förmigkeit hätte fortgesetzt werden können.

Dafür treten nun Tenor und Bass bewegter hervor, beidejedoch, als ßegleitungsstimmen, mehr in fliessenden Achtelreihen,als in dem schlagenden Rhythmus der Oberstimme im ersten Theile.Der Tenor übernimmt nun auch an jener schwierigem Stelle dieVermittlung zwischen dem konsequent hinabschreitenden Bass unddem plötzlich hinaufgeworfenen Cantus firmus. Es ist nicht zuleugnen, dass damit seine Bewegung, besonders im achten Takteeine Gespanntheit annimmt, die nur in gewissen Stimmungenzulässig, sonst aber leicht überspannt zu nennen wäre; alleindem ganzen Gange des Tenors, besonders in der letzten Hälfte,möchte eben jene gespannte Weise, am rechten Ort, entsprechen.Wie sie zu vermeiden gewesen wäre, bleibe der Betrachtung desJüngers anheimgestellt.

B. Der Cantus firmus im Tenor.

Dass der Karakter der Tenorstimme, als der obern im männ-lichen Stimmpaare, geeigneter ist, den Cantus firmus aufzunehmen,haben wir schon oben erkannt. Erwägen wir nun die Verhältnisse,welche durch die Stellung des Cantus firmus in den Tenor in denandern Stimmen hervorgerufen werden : so fällt in die Augen,dass der Bass durch die Zwischenstellung desselben von den übri-gen Stimmen getrennt wird, das höhere Stimmpaar aber, Diskantund Alt, engverbunden bleibt. Was folgt daraus? Der Bass wirdfür sich allein zu sorgen haben, wird in seiner abgesonderten Stel-Marx, Komp. h. I. 4. Aull. 23