Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
328
Einzelbild herunterladen
 

328

und zweiteil Strophe von No. 452) zufallen , kann für beide TöneEin Akkord angewendet werden. Doch ist hier das Gebräuchlichereund Kräftigere, jedem Ton einen besondern Akkord zu geben undso den rüstigen Einherschrilt des Ganzen zu unterhalten.

Endlich fünftens finden wir (z. B. im vorletzten Takte des-selben Chorals) bisweilen eine Takltheilnote in zwei Taktgliederzerfällt, statt eines Viertels zwei Achtel. Hier hängt es von unsab, den einen oder den andern Ton als Durchgang zu betrachten,oder jedem seine besondre Harmonie zuzuerlheilen ; jene Choral-stelle könnte daher so :

a

fr ^

b c

- TFlî -m 1

A

- g»-; | J - j--

w f r

M H

i T u r

J } t cJ

1 = £ = J =^-tr

457 '

behandelt werden. Jede dieser Auffassungen kann an ihrem Ortewohl angewendet sein, gewöhnlicher aber ist die Behandlung einesder Töne als Durchgang, wie bei a und b; nur fragt sich, welchervon beiden Durchgang und welcher Akkordton sein soll? Wonicht der Melodiegang selbst den einen Ton als harmonieeigen, alswesentlich, den andern als zugesetzt bezeichnet, folgen wir demGang unsrer Harmonie und nehmen denjenigen als Akkord ton, dersich nach dem Zusammenhänge der ganzen Modulation am bestendazu eignet.

Ungewöhnlicher ist die Besetzung jedes Taktglieds mit beson-dern Akkorden, da dies den ruhigen und würdigen Gang der Har-monie leicht stört und die Modulation überladet; daher gewinnt,wenn einmal zwei Akkorde angewendet werden sollen, die engsteAkkordverbindung, z. B. bei c, in der Regel den entschiedenstenVorzug. Doch kann diese sowohl, als eine fremdere, z. B. bei d,sehr wohl geeignet sein, einer Textstelle oder dem Harmoniegangenoch besondern körnigen Nachdruck zu geben.

Nach diesen Vorerinnerungen wenden wir uns zu der Arbeitselbst, und zwar zu unserm ersten Choral, No. 450.

Seine erste Zeile soll im Haupltone schliessen, wir wissenalso, dass die beiden letzten Töne mit dem Dominant - und toni-schen Akkorde begleitet werden; auch ist es das Natürlichste, vomtonischen Akkorde zu beginnen, also dem ersten f der Melodie denDreiklang b - d -f zuzuertheilen. Zwischen diesen feststehendenPunkten ist nun die weitere Harmonie zu finden.

Noch dreimal erscheint nach dem Anfänge jenes J in der Melo-die, und wir werden sowohl die nackte Wiederholung des ersten