Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
327
Einzelbild herunterladen
 

- 327

Erstens ist es zwar das Einfachste, dass jedem Melodietonein eigner Akkord zuerlheilt wird. Aber es kann, wie wir einst-weilen schon an No. 455 sehen, ein Akkord auch für mehrereMelodietöne beibehalten werden ; cs kann

Zweitens ein Melodieton als Vorhalt betrachtet und gebraucht,werden, mithin als Beslandtheil des vorigen Akkordes; so könnteman z. B. die letzte Strophe des Chorals ,,Nun danket alle Gott(Beilage NIX No. 3) in dieser Weise behandeln.

m

m

r M- r £TFp-

l.J. 1 .T3 J.

"O

-u

-P

l i

Drittens kann ein Melodieton als blosser Durchgang auf-gefasst, z. B, der Schluss der dritten Strophe von No. 452 so be-handelt werden.

±--dL_J

Beide Weisen, besonders die iu No. 455 gezeigte, sind freilichnicht so kraftvoll als die Setzung eines besondern Akkordes aufjeden Melodieion.

Viertens treffen wir in unsern Melodien, z. B. in der drit-ten und fünften Strophe von No. 452, hin und wieder statt derTakltheile grössere Noten fiir eine Sylbe. Dann hängt es von unsab, denselben einen einzigen, oder jedem darin entbaltnen Takl-theil einen besondern Akkord zu geben, z. B. die dritte Strophevon No. 452 auf eine von diesen Weisen

456

oder so :

t~ii

IIT -- !

ti-hi=1 Vit

r* rir n

J _J J

^fVrf ~n r*. à j i j ,. j

r,'

1 1 1

! J . <ri -f-

U ±

5

^ . l. *

77,» r-s1 P - *

1 p

r p

m U-" m w ß

* r** -i IP

r i

r~UF m r

1-1L

Ü-fP1

zu behandeln. Im letztem Falle wird die Harmonie rüstiger undgleichmässiger einherschreiten; im erstem kann das Verweilen allerStimmen sanften Nachdruck bewirken.

Auch da, wo einer Sylbe zwei Takttheile, aber verschiednezusanunengebundne Noten (z. B. im vorletzten Takt der ersten