Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
325
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in Æinoll, die dritte in Gdur, die vierte wieder in Gmoll, oder diedritte in Gdur schliessen können. Allein wo wäre die ruhige Massevon E geblieben, die wir oben aus zwei Strophen bildeten? Undwo der entschiedne Gegensatz von Unter- und ^berdominante? Da-für wären wir auf schon dagewesene Tonarteu zurückgekommen,Gmoll, Gdur, Gmoil,

Gdur, Gmoll, Gdur ,

hätten also zerstreut modulirt und schon dagewesene Tönedurch stumpfes Zurückkommen auf sie abgenutzt.

Wir hätten auch statt Emoll die Tonart der Unterdominante,Gdur, in zwei Strophen anwenden können. Allein dann würde derherabziehende Karakler der Modulation in die Unlerdominante zudauernd hervorgetreten sein, und wir hätten gegen fünf Durstro-phen eine einzige Mollslrophe gehabt, während im obigen Entwurfein besseres Ebenmaass herrscht, nämlich zwei Mollstrophen gegenvier Durstrophen, oder,

zwei Strophen für den Hauplton,

zwei für die Dur- und

zwei für die Moll-Ausweichungen.

Eine so in grossem Massen zusammengehaltne, nicht hin- undher-, sondern bestimmt fortschreitende Modulation ist nicht nur dieeinfachere, sondern auch (vergl. S. 223) die grossartigere undwürdigere, desshalb aber der Würde kirchlichen Gesangs im All-gemeinen entsprechender.

Soviel über die Anlage der Choralarbeit. Betrachten wir dieGrundsätze, die uns dabei geleitet haben, so sehn wir, dass unsereigentliches Ziel nur die allgemeine Zweckmässigkeit, eine na-türliche, frisch (aber nicht unruhig) und folgerecht sich entfaltendeModulation gewesen ist, ohne weitere Rücksicht auf einzelne Mo-mente der Melodie, auf Inhalt des Textes und den besondern Sinn,in dem wir diese oder jene Stelle aussprechen möchten.

Wir müssen uns daher erinnern, dass jene Modulationsent-würfe, die wir aus dem bisherigen Gesichtspunkte zweckmässignennen durften, aus allen den oben angedeuteten Rücksichten man-cherlei Aenderungen erleiden können. Solche Aenderungen werdenwir uns auch dann unbedenklich erlauben, ja als Nothwendigkeitanerkennen, wenn der melodische Inhalt einer Strophe in der fürsie vorausbestimmten Tonart keine natürliche und zweckmässigeHarmonie zuliesse.