524 -
Die dritte Strophe kann mit einer förmlichen Ausweichung ei-nen Ganz-Schluss in Ddur, oder nur einen Halbschluss auf demDreiklang der Dominante machen.
Als drittes und letztes Beispiel folge hier der Choral : Achmein Herr Jesu, dein Nahesein.
#8 -v h «=
—;— fd "1
—e-p-
m ''■ If 3 *
-'*■ d j -
3—3 r -— 1 — -
„Ft *3
-<=p—
<=> j-
m - #' • 9 m . J
-- A
4=8 3-3 3H
i- -t-hI
— *5 _^— 3
f— a irj
=&=*-
FitHi
Diese Melodie bietet der Behandlung desswegen eine kleineSchwierigkeit, weil fünf ihrer Strophen sich nach einem Schlussin der Tonika zu drängen scheinen, und zwar stets in gleicherWeise, durch a-g. Man müsste daher, sollte das Einfachste fest-gehalten werden, fortwährend in Gdur bleiben; — auch die vor-letzte Zeile ist geeignet, einen Halbscbluss in G zu machen, ob-wohl geneigter, nach Ddur förmlich auszuweichen.
Allein es ist klar, dass diese einfachste Behandlung hier zuunleidlicher Eintönigkeit führen würde. Nehmen wir nun vorausan, dass die vorletzte Strophe nach Ddur modulirt, so fragt sich,was die übrigen fünf Schlussfälle werden sollen? — Das a-g kannzum Schlüsse
in Gdur, durch den Dominant-Akkord d-fis-a-c,in Gdur, durch den Nonen-Akkord g-h-d-f-a,in Gmoll, durch den Dominant-Akkord h- dis-fis-a
benutzt werden, bietet uns also neben Hauptton und Oberdomi-nante die Tonarten der Unterdominante und Parallele dar. Wirsind daher zu allen nächslliegenden Modulationen in Standgesetzt.
Die erste Strophe schliessen wir im Hauption, um diesen zubefestigen, die letzte muss ohnehin ihm angehören.
Den Schluss in der Unterdominante stellen wir, seinem Ka-rakter gemäss, so nahe wie möglich an das Ende, also in die vierteStrophe; dadurch wird die Modulation der folgenden Zeile um somehr gehoben, deren Melodie ohnehin hinabführt und eines erfri-schenden Mittels bedarf, um nicht zu ermatten.
Die zweite und dritte Strophe gehören folglich dem Parallel-ion an. —
Man sieht leicht, dass mehr als eine abweichende Anordnunghätte getroffen werden können ; man hätte z. B. die zweite Strophe