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dulationsgrundsätzen kann uns aber eine so frühzeitige Ausweichungin die Parallele nicht willkommen sein.
Die zweite Strophe schliesst als erster Theil in der Dominante.Sie könnte, mittels des Nonen-Akkordes (f-a-c-es-g) ebenfallsim Haupttone schliessen. Allein auch abgesehn von der Gelegen-heit, hier einen ersten Theil frisch und befriedigend abzugränzen,würde Wiederholung des Schlusses im Haupllone lahm gewesensein, hätte übrigens auch die Harmonie verwickelt, die sich Edurzuneigt.
Wollten wir nun auch die dritte Strophe mit einem Ganz-Schluss enden, so könnte dies in F geschehen, nämlich mittels desNonen-Akkordes, oder e-g-b-d\ allein auch hier würden wireinen Schlussfall unmittelbar wiederholen, und nichts wirkt so ein-tönig, als Wiederholung in den hauptsächlichsten und fühlbarstenPunkten. Wir könnten auch in Cmoll oder gar ^sdur schliessen ;aber das Alles liegt in einem so kleinen, einfachen Satze vielzu fern.
Allein — haben wir nicht schon die ersten Strophen als einGanzes, als einen ersten Theil angesehen, der auf der Domi-nante schliesst? Folglich können wir die beiden letzten Strophenals zweiten Theil fassen, der von der Dominantenionart wie-der in den Hanptton zurückkehrt. Dem entspricht auch gleich derAnfang der dritten Strophe, wie die Einrichtung des Texlverses.Wir sehen also, dass die dritte Strophe, als Vordersatz iti derPeriode des zweiten Theils, ganz regelmässig einen Halb-Schluss macht, von der Tonika auf die Dominante ; nachher wirdder Ganz-Schluss um so befriedigender eintreten.
Ein zweites Beispiel sei der Choral: Ich will dich lieben, meineStärke.
Dieser Choral ist, wie man sieht, förmlich in zwei Theilenahgefasst. Die Tonart des Ganzen ist unverkennbar Gmoll; dienächste Ausweichung würde daher in die Parallele, nach ßdur,gehn, und dem entspricht der Schluss des ersten Theilcs. Hiermithaben wir die beiden wichtigsten Zielpunkte der Modulation festge-stellt, denen sich alles Uebrige fügen muss.
Die erste Strophe könnte nun ebenfalls nach ßdur geleitet wer-den, wenii dies nicht dem bereits festgesetzten Theilschlussc vor-greifen und Eintrag thun würde; wir ziehen daher den Halbschlussvon der Unlerdominante auf die Oberdominante vor.
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