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1 (1852)
Entstehung
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der Aufgabe. Der Choral ist von den frühesten Zeiten her wiejetzt ein wesentlicher Theil des christlichen, besonders des evange-lischen Gottesdienstes gewesen, und muss es für alle Zeit bleiben.Viele dieser Melodien haben uns von Kindheit her, haben unsreVäter und Vorfahren seit Jahrhunderten erbaut, getröstet, gestärkt,

sind die Stimme des Volks gewesen, mit der es sich zumEvangelium bekannte und zur Heiligung erhob, sind ein starkesRüstzeug der Kirche bei ihrer Reinigung und Erneuerung gewesen,

und werden mit all diesen Erinnerungen, in all dieser Machtauf die Nachkommen übergehn.

Noch heute treten sie würdig in unser Lebenals Volksgesa ng, von der Orgel geleitet,als Orgelstück, von tiefer Bedeutsamkeit,als Chorgesang, in einfacher Kraft.

So sind alle Vorstellungen, die wir mit dem Choral verknüp-fen, erhebend. Ueberdem (sehen wir auf die äussere Bedeutungder Aufgabe) ist die Behandlung des Chorals ein wichtiger Theilder Berufspflichten aller Kirchen-Musiker, ein wichtiger, höchst er-giebiger Stoff für Kirchenmusik, oft auch für weltliche Musik einehöchst wichtige, glücklich zu benutzende Form.

Gesichtspunkte Jür die Behandlung des Chorals.

Es ist schon oben gesagt worden , dass ein und derselbe Choralgar mannigfache Behandlungen zulässt, deren jede, aus ihrem Ge-sichtspunkt angesehen, wohl zu billigen ist. Besonders aber sindes drei Gesichtspunkte, aus denen die Behandlung des Choralszu bestimmen ist.

Erstens kann man blos den Zweck haben, die Choralmelodie,den Gemeinegesang in einfachster Weise zu begleiten. Hierzuwürden diejenigen Harmonien zu wählen sein, welche sich amnächsten der Melodie anschliessen, sie am sichersten unterstützen;dies wird die Hauptrücksicht sein, und daneben wird man Bedachtnehmen müssen, in dem Gange der Harmonie das zu Dürftige oderzu Triviale, auch häufige Wiederholungen zu vermeiden, kurz, inkeiner Hinsicht der Würde gottesdienstlichen Gesanges entgegenzu handeln. Diese Behandlungsweise ist bisweilen die einzigzulässige, z. B. um den unsichern Gesang einer weniger gebildetenGemeine zu leiten.

Zweitens wird man bei tieferm Eindringen in das Choral-wesen gewahr, dass von den bessern Choralmelodien jede einenmehr oder weniger bestimmten Karakler ausspricht, für irgend einegottesdienstliche Gefühlsrichtung den Ausdruck giebt. Eine künst-lerisch höhere Aufgabe ist es, die Herausstellung dieses Karakters