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1 (1852)
Entstehung
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zum Ziel der harmonischen Behandlung - zu machen. Dass mil diesemKarakter der allgemeine Sinn des Textes, zu dem der Choral erfundenworden, meist übereinstimmt, ist gewiss. Oft aber sind die ur-sprünglichen Texte beseitigt und neue an ihre Steile getreten,die nicht immer dem Sinn des Chorals entsprechen ; auch wird einund dieselbe Melodie bekanntlich oft zu den verschiedensten Textenangewendet, und sogar ein und dasselbe Lied fasst bisweilen Versevom verschiedensten Inhalt in sich. Nicht unbedingt werden wiralso, wenn wir dem Karakter des Chorals nachgehn, zugleich denText, oder gar die verschiednen Texte im Auge behalten können;wohl aber wird der passende, besonders der ursprüngliche Textuns sicherer zur Auffassung des Karakters, den der Choral bat,anleiten.

Drittens endlich kann man sich die Aufgabe stellen, nichtblos dem allgemeinen Karakter des Chorals und des Liedes, son-dern auch dem besondern Sinn der einzelnen Verse zu entsprechen.Dies wird aber mit der einfachen Weise, die jetzt unsre Aufgabeist, nicht immer, vielmehr oft nicht erreichbar sein, eswird dazu der Figurirungen und andrer später zu betrachtenderFormen bedürfen. Wir werden also diese Behandlungsweise, aller-dings die vollkommenste, hier noch nicht zu unserm Augenmerkmachen können, sondern nur gelegentlich nach ihr hinblicken.Denn fern muss uns das stets vergebliche und unkünstlerischeStreben bleiben,

mit Mitteln etwas erreichen zu wollen, das ausser demBereich dieser Mittel liegt.

Dieses Streben ist nicht blos vergeblich, sondern auch ver-derblich; denn es verkehrt den Sinn dessen, was wir wirklichschon besitzen, und lässt uns zu spät und befangen zu dem, waswir eigentlich wollten, gelangen.

Wir kehren zu jener andern Behandlung zurück, in der nicht blosdie allgemeine Bedeutung des Choralwesens überhaupt, sondern derbesondreSinn und Karakter einer bestimmten Choralmelodie, wenn undsoweit sich ein solcher zeigt, zur Aufgabe gesetzt wird. Eine solcheBehandlung und Darstellung kann

eine typische

genannt werden; sie stellt den Choral so dar, wie er für sich,in seinem Wesen ist, frei von Rücksichten auf zufällige Hülfsbe-dürftigkeit der Ausführenden und auf zufällige Wendungen einzelnerTextverse. Dies ist unsre Aufgabe.

Unter jedem Gesichtspunkte können wir nun, materiell genom-men , die Arbeit mannigfach leisten :

1. mehr-oder minderstimmig; wir werden meist die Vier-stim in i g k e i t vorziehen ;