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Zehnte Ahtlieiliing.
Die Behandlung von mehr oder weniger als vier Stimmen.
Bis hierher haben wir uns auf den vierstimmigen Salz be-schränkt , und nur ausnahmsweise Dies oder Jenes einmal mit we-niger oder mehr Stimmen dargestellt. Es bedarf jetzt nur nocheiner kurzen Betrachtung des minder- oder mehrstimmigen Satzes.
Erster Abschnitt.
Der drei-, zwei-, und einstimmige Satz.
Wir haben erfahren, dass nicht einmal vier Stimmen genügen,überall vollständige Akkorde zu geben, wofern wir nicht zu har-monischen Beitönen unsre Zuflucht nahmen. Vollständige Nonen-Akkorde waren ohnedem, wie sich von seihst versteht, nicht mög-lich; Septimenfolgen (No. 242 u. a.) konnten in vollkommener Rein-heit ebenfalls nur mit fünf Stimmen in vollständigen Akkorden aus-geführt, manche Fehler nur vermieden werden auf Kosten der Ak-kordvollständigkeit.
Natürlich muss Unvollständigkeit einzelner Akkorde bei weni-ger als vier Stimmen noch weit häufiger eintreten, — oder wirmüssen noch häufiger unsre Zuflucht zu harmonischen Beitönen neh-men. Diese nöthigen aber, wenn die Stimmen nicht in ein aufge-blasnes leeres Wesen verfallen sollen, zu mancherlei Durchgängen,und nicht immer ist es wohlgethan, die Stimmen mit so viel (har-monischen und nicht harmonischen) Zusatztönen zu beladen. Wirmüssen also, ehe wir zu dieser Aushülfe greifen, erst erwägen:
welche Harmonien am leichtesten ohne Unvollständigkeit zuerreichen sind.
Die Dreiklänge bedürfen nur dreier Stimmen, daher siesich bisweilen, z. B. in Folgen von Sext- oder Quartsext-Akkorden,täglicher drei - als vierstimmig behandeln lassen. Wir wissen aberschon, dass der Stimmgang oft hindert, diejenigen Töne, die wirhaben möchten, unmittelbar zu erreichen. Daher werden wir uns,selbst bei Dreiklängen, manche Lage versagen, um möglichstvollständig zu bleiben. Wollten wir z. B. die ersten Töne der