Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
283
Einzelbild herunterladen
 

283

sehen wir eine Melodie, die zu ihrer nothwendigen harmoni-schen Begründung eigentlich nur der Dreiklänge auf c, fi, g, cbedurft hätte; man kann noch die Dominantakkorde auf c und gund die Molldreiklänge auf d und a (diese alle für Takt 2 und 4)zufügen. Nun erscheinen aber, dem Notengehalt nach, noch dieAkkorde

d - fi - a - cdis - fis - a - c

a - c . -g (fehlt e)

ais - cis .... - g , (fehlt e)

die weder nothwendig für die Modulation, noch in ihrem eigent-lichen Sitz einheimisch, noch nach ihrer eigentlichen Natur behan-delt sind. Man muss daher annehmen, dass der Komponist garnicht beabsichtigt hat, diese Akkorde zu setzen; er hat gegen dieOberstimme seine Unterstimmen in fliessende Bewegung gesetzt, hatdies nur mit Hülfe von Durchgängen gekonnt und so sind dieseS cheina kkorde

(das ist der andre Name für dergleichen Gestalten) zum Vorscheingekommen. Ein Gleiches zeigt sich im Sanctus der hohen Messevon Seb. Bach*) in unbestreitbarer Weise. Es beginnt (sechs-stimmig, 2 Soprane, 2 Alte, Tenor, Bass,) so,

400

San - ctus ! San

rTj J

dus !

ilsMsis

OM

-mS#

LU

; * ; : s s !

«-* JFl-f-«. ? ,

s »'-8 J-j- 8-$-;

P-, s_î-s_ï.; ÎL.->

Tr~LU Lu

und die Begleitung giebt vollkommen unzweideutig, auch nicht durcheinen einzigen Durchgang verstellt, folgende Akkordfolge

*) Im Itlavierauszuge vom Verf. bei Simrock in Bonn herausgegeben. DieBegleitung ist in No. 40t (Anfangs vereinfacht) aus dem Klavierauszug ange-führt, gewiss aber mit der Partitur in allem Wesentlichen übereinstimmend.