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und ähnliche hinab- oder hinaufgehende Gänge, in denen gleich-sam der ganze Inhalt der Modulation noch einmal in Einer Handzusammengefasst und in die tonische Harmonie des Haupttonsmächtig hineingeführt wird*).
Solche Verkettung der Harmonien heisst
Orgelpunkt
und ist das letzte und stärkste Mittel, einen modulationsreichenSatz entscheidend, gewaltig, mit voller Sättigung in den Hauptionzurück- und zum Schlüsse hinzuführen h ).
Während im Orgelpunkte die Kette der Akkorde [in denHauptton zurückzieht, dient der ausharrende Bass als festes unddurch die Dauer immer tiefer einwirkendes Bindemittel für dievon ihm getragnen Akkorde. So zeigt sich der Orgelpunkt in zwie-facher Hinsicht als eine der energischsten Tongestaltungen: durch diefestgeschlossne auf ein bestimmtes Ziel hinarbeilende Akkordreiheund durch den Alles zusammenhaltenden und tragenden Bass.
Eben desshalb ist er nur da am rechten Orte, wo weitge-führte, reiche Modulation ihn als Gegengewicht herbeiruft; nur dawirkt auch der festgehallne Bass bekräftigend, zur Sammlung desGemüthes, wie der Töne.
So gut nun jede Dominante für die Tonart ihres GrundtonsTonika werden kann, eben so kann jede Tonika Dominante werden;ja, wir wissen (Anm. S. 193), dass die erste harmonische odertonische Masse schon hindeutet auf den in ihr liegenden Dominant-Akkord. Folglich kann die ganze Orgelpunkt-Entwickelung auchauf der Tonika statt finden. — Vereinigt man zuletzt die Orgel-punkte auf Dominante und Tonika :
*) Wie ist in No. 319 der Akkord a-cis-e-g zu erklären? Fiir sich alleinpasst er sicher zu dem Halteton g, der in ihm enthalten ist; es kann alsonur von seiner Stelle in der obigen Modulation die Rede sein.
Wir haben den ersten Akkord nicht als Dreiklang der Dominante in Cdur,sondern als tonischen Dreiklang von Cdur aufgefasst. Nun lag die Modulationin die Dominante von Gdur (nach D) nahe, und dazu wurde a-cis-e-g einge-fübrt. Dies musste sich nach d-ßs-a. oder d-f-a auflösen ; es geschieht letz-teres , aber über dem liegenbleibenden g. Folglich — tritt uns statt des Drei-klangs d-f-a der Nonenakkord von Gdur, g-d-f-a oder g-h-d-f-a , ent-gegen. Es ist im Wesentlichen die in No. 286, a gezeigte Modulation, nur dasswir statt des dortigen verminderten Dreiklangs den Nonen-Akkord erfassen,h) Gen. B.
13) Die Bezifferung des Orgelpunkts kann nicht anders geschehn, alsdurch Anzeichnung aller Intervalle; die über dem Bass erschei-nen, — oder wenigstens so vieler, dass der Akkord über demanshaltenden Basse hinlänglich bezeichnet ist. No. 314 bis 319findet man Beispiele solcher Bezifferung.