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Anhang, — oder sie schlossen sich am liebsten denjenigen Harmo-nien an, die ihnen durch Hindeutung auf verwandle Tonarten odergemeinsame Töne am nächsten zugehörig waren. Ueberall galtmithin
der harmonische oder harmonisch-modulatori-sche Zusammenhang
als Bestimmungsgrund für Wahl und Führung der Harmonien. Dieswar das waltende Prinzip der Harmonik.
Daneben hat sich längst ein zweites gemeldet, das man alsMelodieprinzip bezeichnen darf. Die Melodie ist ihrem Grund-wesen nach Tonfolge, Toubewegung, strebt also
nach Bewegsamkeit, Flüssigkeit und Stetigkeit;die letztere haben wir schon früh (S 35) als Gesetz der Melodiekennen gelernt.
Beide Prinzipe müssen nebeneinander walten, sobald man Har-monie anwendet, da diese ja aus dem gleichzeitigen Zusammen-treffen von Stimmen, — Tonfolgen oder Melodien, — bestehn.Auch haben wir längst (S. 137) auf melodische Stimmführung Be-dacht genommen. Nur musste dabei das Harmonieprinzip in derRegel als vorherrschendes festgehalten werden.
Indess auch das Gegentheil, Vorwalten des melodischen Prin-zips ist möglich, — wofern nur das andre nicht allzufühlbarverletzt wird. Wir haben bereits einen entschiedenen Fall dieserArt in den Gängen von Sext-Akkorden (No. 173 u. f.) gehabt,in denen der harmonische Zusammenhang aufgegeben -war und derMangel durch die Flüssigkeit der Stimmen verdeckt und vergütetward. In den Gängen von Dominantakkorden wurde sogar die Terzim Widerspruch mit dem Harmonieprinzip abwärts geführt und vondem flüssigen Stimmgang Begütigung erwartet.
Jetzt wollen wir dem Melodieprinzip freiem Einfluss gewäh-ren. Da jedoch Harmoniebau und Harmonieprinzip ebenfalls ihrvolles Recht haben, so darf jenes Gewährenlassen nicht so weitgehn, dass es den Akkordbau verdrängte, oder Harmoniegesetzeschroff verletzte ; es muss Ausgleichung beider Prinzipe erstrebt,das Harmonieprinzip darf nur soweit zurückgestellt werden, dassder Gewinn für die allerdings empfindbare Abweichung volle Ge-nugtuung giebt.
Wir gehn hierzu unsre Harmonien der Reihe nach durchund werden neben Bekanntem mancherlei Neues finden.
1. Dur- und Moll- Dreiklänge.
Grosse und kleine Dreiklänge suchen bekanntlich dienächstverwandten Dreiklänge zur Verbindung auf, können sichaber auch (S. 116) fremdem anschliessen. Dies hat früher, im