Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
187
Einzelbild herunterladen
 

187

2. Innere Merkmale

der Nothwendigkeit einer Modulation sind Melodiewendungen, dieohne Ausweichung in fremde Töne nicht angemesseii behandeltwerden können, ohwohl die Melodie selber an der Stelle, wo mo-dulirt werden niuss, keinen fremden Ton enthalt. Dieser letzteUmstand kann den Uebertritt in andre Tonarten keineswegs aus-schliessen, da auch einheimische Töne fremden Dominantakkorden(z. B. f den Akkorden

f - a - c - esdes - f - as - cesb - d - f - as

und nun erst demDominantakkorde g-h-d-f) angehörig sein können.

Aber worin liegt die Nothwendigkeit einer Modulation an Stel-len, wo kein fremder Melodieton sie hcrbeifiihrt? Sie kannErstens in spater nachfolgenden fremden Melodietönen liegen,die eine vorhergegangne Ausweichung nothwendig voraussetzen, aberan sich selber nicht zulassen. Wir können dies an folgenderMelodie

1 77-1-!

t(L

# f f ri~^

-Ö

_|--U

_|-1-

1 - 1 h -f- | ^

É

-t- P-: -

beobachten, die sich durch Vorzeichnung und Schluss (und schonAnfangs durch das wiederholte gis als ^moll zugehörig erweist.Man kann sie bis zum vierteu Takte in dieser Tonart stehn lassen(wie hier

231

y* Hr*;3irs = f4r«rfc7*r?z: |Sz|iE: -ï- j'StS f== f

11 i

~t=

' t :

*

bei a) bis der folgende Ton Querstand und Stillstand zugleichbringt. Es geht nicht weiter und man sieht, dass g mit einer biszu ihm hingeführlen ^moll-Modulation, wie die obige, unvereinbarist; man batte schon friiher ^moll verlassen sollen. Die zweiteHalfte der Melodie kann ziemlich lange in Cdur bleiben, bis endlichbei gis ^moll nothwendig wird, hier aber nur ungeschickt einge-führt werden kann. Besser ware diese Behandlung.