Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
183
Einzelbild herunterladen
 

185

obliegen, auch die übrigen Modulalionsmittel aul'zusuchen. Indessisl das Wesenlliche schon erreicht:

wir sind in den Stand gesetzl, zu mod uli ren,gleiehviel ob mit einem oder mebr Mitteln. Daher wenden wir unssol'ort znr Anwendung des Erlangten und verweisen weitere For-schungen auf spiitere Zeit.

Zweiter Abschnitt.

Anwendung der Modulation auf Behaiullung gegebner

Melodien.

Unsre bisherigen Harmonisirungen baben an grosser Einseitigkeitgelitten, weil sie auf eiue einzige Tonart beschriinkt waren undwir nur Melodien behandeln konnten, die in einer einzigen Tonartverweilten. Jelzt können wir die Mittel verschiedner Tonarten imWege der Modulation vereinigen, folglich auch solche Melodienbehandeln, die sich nicht in eine einzige Tonart einschliessen.Hiermitt trilt ein Unterschied ein, den wir bisher nicht zu beobachlenbatten: zwischen Melodien, die den Eintritt in fremde Tonartennothwendig machen, und solchen, wo dies nicht der Fall, obwolildie gelegentliche Benutzung fremder Tonarten möglich sein kann.Den fremden Tonarten gegenüber heisst die Tonart, von der aus-gegangen und in der geschlossen wird,

Hauptton

oder Haupltonarl. Der Hauptton der Koriolan-Ouvertiire von Beet-hoven ist Cmoll, obwohl sie nach Esdur und anderu Tonen Aus-weichungen und Uebergange macht. Auch die Freischiitzouverliirc(S. 174) hat Cmoll zum Hauptton, obwohl auch sie nach Esdurund andern Tonen modulirt und zuletzt aus dein S. 174 angedeu-teten Grund in Cdur schliesst. Die Tonarten, in die modulirt wird,heissen

Nebentöne

im Gegensatze zum Hauptton.

Die erste Frage nun, die wir von jelzt an bei der Behandlungeiner Melodie zu beantworten haben, ist:

ob sie Modulationen in fremde Töne nothwendig macht,

oder

ob dergleicheu Modulationen wenigstens ralhsam sind?deun möglich sind sie überall.