Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
170
Einzelbild herunterladen
 

170

zwar leicht behandelbar sind, aber dem Klange nach keine andreWirkung hervorbringen, als neue verminderte Septimen-Akkordeauf dem jedesmaligen tiefsten Ton; eine Bemerkung, die in derModulationslehre Frucht bringen wird.

Daher wird man das Zuriickgehen von abgeleiteten Akkordenauf die ihnen vorhergehenden einfachern, z. B.

209

I

-j— j-

'=É=

~pr

-S-

durchaus nicht leer und unbefriedigend finden.

Urn den Nonenakkord und den aus ihm gebildeten Septimen-akkord in Dur sich eigen zu machen, bedarf es blos einiger Ver-suche 24 ).

Nachtrag 1 .

Neue Freiheiten des Dominant-Akkords.

Hiermit schliesst der Kreis von Harmonien, die sich unmit-telbar aus der ersten Grundharmonie (S. 54) mit den Tonender Dur- und Molltonleiter entfalten*).

Unter allen Akkorden hat sich der Dominant-Akkord am ge-schaftigsten und frucbtbarsten erwiesen; er hat den vermindertenDreiklang und beide Nonen-Akkorde mit ihren Septimeu-Akkordennach sich gezogen. Schon S. 110 haben wir ihm freiere Fortschrei-tung verstattet; in den Mitlelstirameu, von andern Tonen gedeckt,durfte seine Terz hinab-, seine Septime hinaufgehn, urn den fol-genden Akkord nicht unvollstandig zu lassen. Jetzt muss unsnaher liegen, die Verbindung der Akkorde zu begunstigen. Wirkönnen daher dem Grundton des Dominant-Akkordes gestatten, alsQuinte des folgenden Dreiklangs liegen zu bleiben (a) (wie schonin No. 113 geschehn), gleichsam als war’ er uur die Oktave einesausgelassnen Grundtons (b), oder auch allen falls — doch nurunter besondern Fmstanden — (c) in die Terz, statt in den Grund-ton des folgenden Dreiklangs zu gehen,

24) Ei nundzwanz i gste Aufgabe: Bearbeitung der in der BeilageXIII gegebnen Melodien, nöthigenfalls nochmalige Bearbeitung einiger alteramit Benutzung der neugewonnenen Akkorde.

') Wiefern auch der kleine Dreiklang als Ableitung aus dem grossen ange-sehn werden könne, ist in der Mu sik w iss e n s c h aft zu erörtern.